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Wissenschaft

NASA Kämpft Weiter: Gibt es Noch Hoffnung für den Lunar Trailblazer?

Trotz gescheiterter Mission sucht die Raumfahrtbehörde nach alternativen Einsatzmöglichkeiten für den Satelliten.
Von Passant Rabie Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

NASA ist nicht dafür bekannt, funktionierende Raumsonden einfach aufzugeben. Seit fast zwei Wochen versucht die US-Raumfahrtbehörde, die Verbindung zu einem frisch gestarteten Satelliten wiederherzustellen, der eigentlich Kurs auf den Mond nehmen sollte.

Der Lunar Trailblazer wurde am 26. Februar an Bord einer SpaceX Falcon 9-Rakete gestartet. Sein Ziel war es, in eine Mondumlaufbahn einzutreten und Daten über das Wasser auf der Mondoberfläche zu sammeln. Obwohl sich der Satellit erfolgreich von der Rakete trennte, traten kurz nach Erreichen des Weltalls Probleme mit dem Stromversorgungssystem auf. Bereits am nächsten Tag brach die Kommunikation mit dem Trailblazer ab. Seitdem arbeitet NASA intensiv daran, den Kontakt zum Satelliten wiederherzustellen. Auch wenn die ursprüngliche Mission nicht mehr umsetzbar ist, prüft die Raumfahrtbehörde nun alternative Einsatzmöglichkeiten für die Raumsonde.

„Basierend auf den Telemetriedaten vor dem Signalverlust in der vergangenen Woche und Radardaten vom 2. März geht das Team davon aus, dass sich die Sonde langsam in einem Energiesparmodus dreht“, erklärte NASA in einem Update vom 4. März. „Wir werden weiter nach Signalen suchen, falls sich die Position des Satelliten so verändert, dass die Solarpanels mehr Sonnenlicht einfangen und damit die Stromversorgung sowie die Kommunikation wiederhergestellt werden könnten.“

Hoffnung auf eine Wiederbelebung

Das Team sendet weiterhin Befehle an den Lunar Trailblazer über das Deep Space Network der NASA, während andere bodengestützte Radiostationen freiwillig nach Signalen lauschen. Gleichzeitig analysieren die Wissenschaftler die vorhandenen Daten, um die aktuelle Orientierung und Rotation des Satelliten zu verstehen. Zudem werden Tests durchgeführt, um das Verhalten der Sonde beim Hochfahren zu simulieren und mögliche Rettungsszenarien für den Energiesparmodus zu entwickeln.

Der Lunar Trailblazer ist Teil von NASAs „Small Innovative Missions for Planetary Exploration“ (SIMPLEx)-Programm. Diese Low-Budget-Missionen nutzen Mitfahrgelegenheiten mit anderen Raumfahrzeugen, um kostengünstige wissenschaftliche Forschung im All zu ermöglichen. „Um die Gesamtkosten niedrig zu halten, gehen SIMPLEx-Missionen ein höheres Risiko ein und unterliegen weniger strengen Aufsichts- und Managementanforderungen“, erklärte NASA. Eigentlich sollten SIMPLEx-Missionen auf ein Budget von maximal 55 Millionen Dollar begrenzt sein, doch der Lunar Trailblazer erreichte laut der New York Times letztendlich Kosten von 94 Millionen Dollar.

Teure Panne oder lohnendes Risiko?

Ob der Satellit sein Geld wert war oder nicht, NASA gibt ihn noch nicht auf. „NASA startet riskante, aber potenziell bahnbrechende Missionen wie den Lunar Trailblazer, um mit geringeren Kosten außergewöhnliche Wissenschaft zu ermöglichen. Das Team verkörpert den innovativen Geist der NASA“, sagte Nicky Fox, Associate Administrator der Science Mission Directorate der Raumfahrtbehörde, in einer Erklärung. „Wenn es jemand schaffen kann, den Lunar Trailblazer zurückzubringen, dann dieses Team.“

Ob der Satellit jemals wieder Kontakt aufnimmt oder im Orbit als teures Stück Weltraumschrott endet, bleibt abzuwarten. Eines ist sicher: NASA wird nicht kampflos aufgeben.

 

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