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NASA gibt Entwarnung: Asteroid mit potenziellem Kollisionskurs 2032 deutlich entschärft

2024 YR4 sorgte für Aufsehen – doch jetzt gibt es eine große Entwarnung
Von Isaac Schultz Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Der potenziell gefährliche Asteroid 2024 YR4 hat in den letzten Wochen für einiges an Aufregung gesorgt, als seine Einschlagswahrscheinlichkeit für das Jahr 2032 dramatisch anstieg. Doch jetzt gibt es eine massive Entwarnung: Die aktualisierten Berechnungen der Astronomen zeigen, dass die Erde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht auf der Route des Himmelskörpers liegt.

Fast. Laut dem NASA-Zentrum für erdnahe Objekte (CNEOS) liegt die aktuelle Einschlagswahrscheinlichkeit von 2024 YR4 bei nur noch 0,28 % – also eine Chance von 1 zu 360. Zum Vergleich: Noch vor wenigen Tagen betrugen die Chancen erschreckende 3,1 %, also 1 zu 32. Ein gigantischer Rückschritt in Richtung Sicherheit, auch wenn eine minimale Restwahrscheinlichkeit bleibt. Bildlich gesprochen: Wir haben den Wald verlassen, stehen aber vielleicht noch am Waldrand.

Kein globaler Killer, aber trotzdem gefährlich

Der Asteroid ist mit einer geschätzten Größe von 40 bis 90 Metern kein planetenzerstörender Gigant, doch ein Einschlag könnte eine ganze Stadt oder Region auslöschen – also kein wirklich beruhigendes Szenario. Aufgrund seiner bisherigen Kollisionswahrscheinlichkeit wurde er auf der sogenannten Torino-Skala mit einer 3 eingestuft. Laut CNEOS bedeutet das: „Eine 1% oder höhere Wahrscheinlichkeit eines Einschlags, der lokal erhebliche Zerstörung anrichten könnte.“

Nach der neuesten Neubewertung rutscht 2024 YR4 allerdings auf eine 1 auf der Torino-Skala ab. Das heißt: „Eine routinemäßige Entdeckung, bei der eine Annäherung an die Erde vorhergesagt wird, aber keine ungewöhnliche Gefahr besteht.“ Mit anderen Worten: kein Grund zur Panik mehr.

Als die Kollisionswahrscheinlichkeit von 2024 YR4 noch bei 3,1 % lag, wurde er gefährlicher eingestuft als der bekannte Asteroid Apophis. Dieser sorgte nach seiner Entdeckung 2004 für weltweites Aufsehen, bevor neue Berechnungen im Jahr 2021 ergaben, dass er die Erde in den nächsten 100 Jahren nicht treffen wird.

Entdeckt kurz nach Weihnachten – und für kurze Zeit brisant

Das Asteroid-Frühwarnsystem ATLAS (Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System) entdeckte 2024 YR4 kurz nach Weihnachten, als er noch 829.000 Kilometer von der Erde entfernt war. Innerhalb eines Monats stieg die Einschlagswahrscheinlichkeit auf 1,2 %. Das klingt erstmal nach wenig, ist aber beunruhigend, wenn man bedenkt, dass der Himmelskörper eine ganze Stadt verwüsten könnte. Anfang Februar lag die Wahrscheinlichkeit bereits bei 1,58 %, am 10. Februar dann sogar bei 2,2 %.

Astronomen erklärten jedoch gegenüber Gizmodo, dass diese steigenden Wahrscheinlichkeiten zu erwarten waren. Denn je mehr Daten gesammelt wurden, desto genauer ließ sich die potenzielle Flugbahn eingrenzen – und die Erde lag lange Zeit in diesem Unsicherheitsbereich. Doch jetzt hat sich das Bild deutlich geklärt, und der Asteroid wird aller Voraussicht nach an unserem Planeten vorbeiziehen.

Der Brocken entfernt sich aktuell von der Erde, wird aber 2028 erneut vorbeischauen, bevor die erste potenzielle Einschlagsgefahr 2032 bestünde. Doch bereits im April dürfte er so weit entfernt sein, dass selbst die größten erdgebundenen Teleskope ihn nicht mehr erfassen können. Deshalb war es für Wissenschaftler so wichtig, möglichst viele Daten zu sammeln, bevor er wieder im Dunkel des Alls verschwindet.

Die neue Berechnung gibt also Entwarnung: 2024 YR4 bleibt für die nächsten 100 Jahre eine minimale Bedrohung, aber aktuelle Einschätzungen der Raumfahrtbehörden zeigen, dass es inzwischen wenig Grund zur Sorge gibt.

 

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