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Wissenschaft

Mysteriöse Unterwasserstruktur entdeckt – seit Tausenden von Jahren aktiv und mit einem beunruhigenden Geheimnis

In einer Tiefe von über 400 Metern, in den eisigen Gewässern der Arktis, haben Wissenschaftler eine einzigartige geologische Struktur entdeckt, die auch nach 7.000 Jahren noch aktiv ist. Ihre Auswirkungen auf das Ökosystem sind überraschend – doch was Experten am meisten beunruhigt, ist die gefährliche Substanz, die sie ununterbrochen freisetzt. Welche Bedeutung hat dieser Fund für die Zukunft unseres Planeten?
Von Martín Nicolás Parolari Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

In den Tiefen der Barentssee hat ein Forscherteam eine Unterwasserstruktur gefunden, die die bisherigen wissenschaftlichen Annahmen infrage stellt. Was zunächst wie eine einfache geologische Anomalie erschien, entpuppte sich als aktiver Schlammvulkan, der seit der letzten Eiszeit unter dem Ozean verborgen liegt.

Seine Existenz ist für das marine Ökosystem von großer Bedeutung – doch seine ständige Emission eines hochgefährlichen Gases hat unter Wissenschaftlern Alarm ausgelöst.

Ein sensationeller Fund in den Tiefen der Arktis

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© iStock.

Wissenschaftler der Arktischen Universität Norwegens (UiT) haben in Zusammenarbeit mit REV Ocean diesen außergewöhnlichen Fund gemacht. Während einer Expedition an Bord des Forschungsschiffs Kronprins Haakon entdeckten sie mit Hilfe eines ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugs eine 300 Meter breite Kraterstruktur in 400 Metern Tiefe.

Sie tauften den Vulkan Borealis – ein geologisches Phänomen, das sich gegen Ende der letzten Eiszeit bildete, einer Zeit massiver geologischer und klimatischer Umwälzungen. Doch was diesen Fund besonders bemerkenswert macht: Borealis ist immer noch aktiv und stößt Methan aus – ein starkes Treibhausgas, das, falls es in die Atmosphäre gelangt, den Klimawandel erheblich beschleunigen könnte.

Doch Borealis ist nicht nur ein geologisches Rätsel – er ist auch ein Hotspot der Biodiversität. Wissenschaftler haben in seiner Umgebung bedrohte Fischarten, Anemonen, Schwämme und Kaltwasserkorallen entdeckt, die in diesem einzigartigen Ökosystem einen geschützten Lebensraum gefunden haben.

Anomale Temperaturen und uralte Fossilien

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© X / @newscientist.

Eine der überraschendsten Entdeckungen ist die ungewöhnliche Temperaturdifferenz in der Region. Während die durchschnittliche Temperatur am arktischen Meeresboden bei 4 °C liegt, wurden im Gebiet von Borealis bis zu 11,5 °C gemessen – ein klarer Hinweis auf andauernde geothermische Aktivität.

Darüber hinaus haben Analysen der Sedimente Mikrofossilien entdeckt, die bis zu 2,5 Millionen Jahre alt sind. Diese Funde könnten wertvolle Informationen über die Klimageschichte unseres Planeten liefern und möglicherweise Einblicke in die Zukunft des globalen Klimas geben.

Eine latente Gefahr für das globale Klima?

Die größte Besorgnis der Wissenschaftler gilt der kontinuierlichen Freisetzung von Methan durch Borealis. Dieses Gas ist mindestens 25-mal stärker als Kohlendioxid, wenn es um den Einfluss auf die Erderwärmung geht. Obwohl ein Großteil des Methans im Ozean gebunden bleibt, könnte eine plötzliche massive Freisetzung in die Atmosphäre unvorhersehbare klimatische Folgen haben.

Die Geologin Giuliana Panieri, Leiterin der in Nature Communications veröffentlichten Studie, erklärt:
„Der Schlammvulkan Borealis ist ein einzigartiges geologisches und ökologisches Phänomen, das uns hilft, die Wechselwirkungen zwischen geologischen Prozessen und dem marinen Leben besser zu verstehen.“

Dieser außergewöhnliche Fund wirft neue Fragen über das Gleichgewicht der marinen Ökosysteme und ihre Rolle in der Klimaregulierung auf. Ist Borealis eine stille Warnung vor dem, was noch kommen könnte?

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