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Mondlandegerät von Intuitive Machines „Athena“ nach seitlichem Umkippen für tot erklärt

Der Mondlander Athena wird seine Batterien nicht mehr aufladen können – seine Solarzellen sind durch die missglückte Landung falsch ausgerichtet.
Von Passant Rabie Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Weniger als einen Tag nach der Landung auf dem Mond musste das US-Unternehmen Intuitive Machines seine Mission frühzeitig für beendet erklären. Der Grund: Der Lander Athena ist auf der Mondoberfläche auf die Seite gekippt und kann nicht mehr mit Energie versorgt werden.

Athena setzte am Donnerstag gegen 12:30 Uhr ET auf der Mondoberfläche auf. Die Landung verlief allerdings nicht wie geplant. Statt im anvisierten Zielgebiet, einem Krater in der Mons-Mouton-Region nahe des Südpols, kam das Raumschiff rund 250 Meter davon entfernt zum Stillstand – und das offenbar auf der Seite liegend. Die übermittelten Bilder bestätigten, dass Athena in einem Krater gestrandet ist und ihre Batterien bereits leer sind.

„Angesichts der Sonnenrichtung, der Position der Solarpanels und der extrem niedrigen Temperaturen im Krater erwarten wir nicht, dass Athena ihre Batterien wieder aufladen kann“, erklärte Intuitive Machines in einem Update am Freitag. „Die Mission ist somit beendet, aber unser Team arbeitet weiterhin daran, die gesammelten Daten auszuwerten.“

Zweiter Fehlschlag für Intuitive Machines

Das ist bereits das zweite Mal, dass ein Lander von Intuitive Machines bei der Landung umkippt – ein Rückschlag für das Unternehmen, das sich als führende private Mondtransportfirma etablieren möchte.

Athena wurde am 26. Februar an Bord einer SpaceX Falcon 9 Rakete ins All geschickt. Die Mission war Teil von NASAs Commercial Lunar Payload Services (CLPS) Programm und hatte verschiedene wissenschaftliche Instrumente an Bord. Dazu zählte unter anderem der Mini-Roboter „Grace“ – ein Mikro-Nova-Roboter, der in der Lage ist, in und aus Kratern zu springen, um dort Daten zu sammeln.

Nachdem der Lander am Montag in die Mondumlaufbahn eingetreten war, versuchte er die Landung auf der Oberfläche. Der Abstieg war ein echter Nervenkrimi: Intuitive Machines arbeitete fieberhaft daran, die genaue Lage des Landers zu bestimmen. „Wir glauben nicht, dass wir in der richtigen Position auf der Mondoberfläche gelandet sind“, erklärte Steve Altemus, CEO von Intuitive Machines, während einer Pressekonferenz am Donnerstag. „Ich habe noch nicht alle Daten, um genau zu sagen, in welcher Orientierung sich das Fahrzeug befindet.“

Trotz der unsicheren Lage hatte Altemus zunächst noch Hoffnung, dass zumindest einige wissenschaftliche Experimente durchgeführt werden könnten. „Wir werden eng mit den NASA-Teams zusammenarbeiten, um herauszufinden, welche wissenschaftlichen Ziele prioritär sind, und dann entscheiden, wie die Mission weiter verlaufen kann“, sagte er noch am Donnerstag. Doch nun scheint festzustehen: Die Mission ist gescheitert.

Wiederholung des Odysseus-Fehlers

Diese Situation erinnert stark an eine frühere Mission des Unternehmens. Bereits im Februar 2024 hatte Intuitive Machines mit einem missglückten Landeversuch zu kämpfen. Damals war der Lander „Odysseus“ erfolgreich auf dem Mond angekommen, hatte sich aber bei der Landung eine seiner Stützbeine eingeklemmt, was dazu führte, dass er seitlich auf einem Felsen zum Liegen kam. Immerhin konnte „Odysseus“ eine Woche lang auf der Mondoberfläche arbeiten, bevor die Mission endete. Trotz der Panne schrieb Intuitive Machines damit Geschichte: Es war das erste private Unternehmen, das ein Raumschiff erfolgreich auf dem Mond landete.

Nun endet auch die zweite Mission mit einem ungewollten „Sturzflug“. Doch Intuitive Machines gibt nicht auf: Noch in diesem Jahr plant das Unternehmen seinen dritten Landeversuch. Bleibt zu hoffen, dass die nächste Mission endlich eine punktgenaue, stabile Landung hinlegt – und nicht wieder auf der Seite endet.

 

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