Fireflys Mondlander Blue Ghost hat atemberaubende Bilder des sogenannten Diamantring-Effekts aufgenommen, als er eine Sonnenfinsternis von seiner Position auf der Mondoberfläche aus beobachtete.
Gegen 1:30 Uhr Eastern Time (ET) am Freitag begann Blue Ghost, das Naturschauspiel zu dokumentieren, als sich die Erde langsam zwischen ihn und die Sonne schob. Während auf dem Mond eine Sonnenfinsternis stattfand, erlebten wir auf der Erde zeitgleich eine totale Mondfinsternis, die den Erdtrabanten aus unserer Perspektive in ein blutrotes Licht tauchte.
Der Blue-Ghost-Lander landete am Sonntag, den 2. März, um 3:34 Uhr ET in Mare Crisium, einem riesigen Einschlagskrater, der später mit basaltischer Lava gefüllt wurde. Die Mission mit dem klangvollen Namen „Ghost Riders in the Sky“ ist Fireflys erste Reise zum Mond und transportiert zehn NASA-Instrumente, die Daten über die Mondoberfläche sammeln sollen. Diese Mission ist Teil von NASAs Commercial Lunar Payload Services (CLPS) und soll zukünftige bemannte Mondmissionen unterstützen.
Spektakuläre Aufnahmen der Sonnenfinsternis

Heute veröffentlichte Firefly die ersten beiden Bilder der Sonnenfinsternis, die von Blue Ghost aufgenommen wurden. Auf dem ersten Bild – oben zu sehen – spiegelt sich ein leuchtender Lichtring auf dem Solarpanel des Landers, während sich die Sonne hinter dem Erdschatten versteckt. Um diese spektakulären Bilder einzufangen, musste Blue Ghost auf seine Batterien zurückgreifen, da die Solarzellen während der Finsternis keinen Strom liefern konnten.
Die Sonnenfinsternis dauerte am Landeplatz in Mare Crisium ungefähr fünf Stunden. Dabei befand sich die Sonne für rund zwei Stunden vollständig hinter der Erde verborgen, beginnend um 2:18 Uhr ET. Während dieser Phase gelang es Blue Ghost, ein atemberaubendes Bild eines leuchtenden Sonnenrings über dem Mondhorizont aufzunehmen, der wie ein funkelnder Diamantring vor dem dunklen Weltraumhintergrund erscheint – das Bild ist ganz oben im Artikel zu sehen.
Mehr als nur spektakuläre Bilder
Neben den faszinierenden Aufnahmen der Sonnenfinsternis wollte das Firefly-Team auch wissenschaftliche Daten sammeln. Laut Fireflys Mitteilung sollten NASA-Instrumente während der Finsternis eingesetzt werden, um Veränderungen in der lunaren Umgebung zu messen, wenn das Sonnenlicht durch die Erde blockiert wird.
Die Mission läuft noch bis Sonntag, den 16. März. Bis dahin soll Blue Ghost einen Mond-Sonnenuntergang festhalten und sogar einige Stunden in der lunaren Nacht operieren. Damit würde der Lander einen kompletten Mondtag durchlaufen haben – das entspricht etwa 14 Erdtagen.
Firefly plant, noch weitere Bilder der Sonnenfinsternis zur Erde zu senden, sobald sich die X-Band-Antenne des Landers wieder aufwärmt – sie war während der langen Phase in der kalten Dunkelheit eingefroren. Es bleibt also spannend, welche weiteren spektakulären Einblicke Blue Ghost in den kommenden Tagen noch liefern wird.