Nachdem Präsident Trump per Exekutivverordnung den Golf von Mexiko in „Golf von Amerika“ umbenannt hat, hagelte es schnell Kritik. Denn das Gewässer erstreckt sich nicht nur über US-Territorium, sondern grenzt auch an Mexiko und Kuba. Nun droht die mexikanische Regierung Google mit einer Klage, falls der Tech-Riese die Namensänderung nicht rückgängig macht und den „Golf von Mexiko“ außerhalb des US-Gebiets nicht wiederherstellt.
Aktuell sehen Nutzer in den USA auf Google Maps den Namen „Gulf of America“, während Mexikaner weiterhin „Golfo de México“ angezeigt bekommen. Im Rest der Welt werden beide Namen nebeneinander dargestellt. Präsidentin Sheinbaum beruft sich auf das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen, das einem Land nur innerhalb einer Zone von 12 Seemeilen Hoheitsrechte zugesteht. Entsprechend, so Sheinbaum, dürfte der Name „Golf von Amerika“ nur innerhalb dieser 12-Meilen-Zone auftauchen, unabhängig vom Standort des Nutzers. Doch da Trump die USA aus internationalen Organisationen zurückgezogen hat, dürfte dieses Argument in Washington auf taube Ohren stoßen.
Sheinbaum hat sich bereits mehrfach lautstark gegen die Namensänderung ausgesprochen und auf einer Pressekonferenz am Montag bekannt gegeben, dass Mexiko Google mit rechtlichen Schritten gedroht habe, sollte das Unternehmen nicht einlenken. Google verteidigte die Änderung mit dem Hinweis, dass es normal sei, geografische Bezeichnungen entsprechend den Vorgaben offizieller Regierungsquellen anzupassen – auch wenn diese sich widersprächen. Ein ähnlicher Fall ereignete sich, als Google den Mount Denali in Alaska auf Druck der US-Regierung in Mount McKinley umbenannte, obwohl viele Einheimische dagegen waren. Doch da sich der Berg auf US-Bundesland befindet, konnte Trump die Namensänderung problemlos durchsetzen.
Googles Position und internationale Reaktionen
Google hat bereits Erfahrung mit territorialen Streitigkeiten und lässt seine Karten je nach Land unterschiedlich aussehen. So sehen Nutzer in Indien, Pakistan und China verschiedene Grenzen für die umstrittene Region Kaschmir. Vielleicht sollte Kanada Google bitten, den Golf von Mexiko in den „Golf von Kanada“ umzubenennen – nur um zu sehen, wie Trump darauf reagieren würde.
Die Trump-Regierung hat ihrerseits versucht, die Namensänderung durchzusetzen, indem sie unter anderem die Nachrichtenagentur Associated Press von Presseveranstaltungen ausschloss, weil diese weiterhin den Namen „Golf von Mexiko“ verwendet. Die AP verteidigte sich mit dem Argument, dass sie als internationale Nachrichtenagentur an gängigen globalen Standards festhält.
Trumps Manöver ist ein ideologischer Test: Es zeigt, wer sich ihm blind unterordnet und wer als „illoyal“ gilt. Gleichzeitig scheint es ihm Spaß zu machen, seine Macht auf chaotische Weise auszuspielen. Ist es wirklich wichtig, wie der Name auf Google Maps dargestellt wird? Nicht unbedingt – aber die größere Frage ist, wer bereit ist, sich seinem Willen zu beugen. Tech-Giganten wie Google und Meta haben in der Vergangenheit oft schnell nachgegeben, um sich Trumps Gunst zu sichern. Umso erfreulicher ist es, dass Mexikos Regierung sich gegen diesen Machtmissbrauch stellt, anstatt tatenlos zuzusehen – auch wenn der Druck wohl kaum zu einer Rücknahme der Entscheidung führen wird.