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Tech

Meta will den Markt mit AI-Wearables überfluten – „Jahr der Größe“ angekündigt

Mit dem Erfolg der Ray-Ban Meta-Brille wollen Meta-Manager endlich das Versprechen von Horizon Worlds mit mehr AI-Wearables einlösen.
Von Kyle Barr Übersetzt von

Lesezeit 3 Minuten

Die Führungskräfte von Meta setzen voll auf AI-Wearables – so sehr, dass das Unternehmen in diesem Jahr sechs neue Mixed-Reality-Geräte auf den Markt bringen will, wie aus einem geleakten Memo hervorgeht. Die Tech-Branche kämpft immer noch mit dem riesigen Flop des Metaverse, und während Meta-Entwickler versuchen, uns die Vorteile von AI-Chatbots direkt vor unseren Augen zu verkaufen, scheint das Unternehmen weiterhin an seinen vergangenen Fehlschlägen mit Horizon Worlds zu knabbern.

Die Technologiebranche funktioniert normalerweise in Wellen, und nach der jüngsten Consumer Electronics Show (CES) scheint die nächste Welle uns alle in einen tiefen, schwarzen Ozean aus AI-Wearables zu ziehen. Meta-CEO Mark Zuckerberg hat den Investoren bereits das Blaue vom Himmel versprochen und angekündigt, dass das Unternehmen Hunderte Millionen und schließlich „Milliarden“ von AI-Brillen verkaufen will.

Am Donnerstag veröffentlichte Business Insider ein geleaktes Memo von Andrew BozBosworth, dem Leiter von Meta Reality Labs, mit dem Titel „2025: The Year of Greatness“. Darin behauptet Bosworth, das Unternehmen werde „seinen Vorsprung ausbauen, indem wir ein halbes Dutzend neuer AI-gesteuerter Wearables auf den Markt bringen“.

Das Memo wurde bereits im November an die Mitarbeiter gesendet, sodass sich die Pläne möglicherweise geändert haben. Doch sechs neue AI-Wearables in nur einem Jahr würden Metas bisherigen Hardware-Rekord pulverisieren. 2024 brachte das Unternehmen bereits die überarbeitete Ray-Ban Meta-Brille sowie die Meta Quest 3S auf den Markt. Zuckerberg deutete in der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des vierten Quartals eine „dritte Generation“ intelligenter Brillen an. Laut Bloomberg arbeitet Meta derzeit an einer sportlich orientierten Oakley-ähnlichen AR-Brille für Athleten. Weitere Berichte deuten darauf hin, dass das Unternehmen an einer Brille mit Head-up-Display arbeitet, die intern Hypernova genannt wird.

Die übrigen Produkte könnten einfach neue Brillenmodelle sein – ähnlich wie die Ray-Ban-Smartglasses, die es als Wayfarer, Skyler und Headliner gibt. Die teureren 370-Dollar-Modelle verfügen über selbsttönende Gläser. Bosworth erwähnte in seinem Memo jedoch auch, dass „Verkäufe, Kundenbindung und Engagement über das gesamte Produktportfolio hinweg gesteigert werden müssen – insbesondere in Mixed Reality (MR)“. Das deutet darauf hin, dass Meta weitere Produkte mit integrierten Displays auf den Markt bringen will, ähnlich den Project Orion True-AR-Brillen, die das Unternehmen auf der Meta Connect im letzten Jahr präsentierte.

Keine neuen VR-Headsets, aber eine zweite Chance für Horizon Worlds

Was das Memo nicht erwähnt, ist ein neues VR-Headset. Bloomberg berichtete zuvor, dass Meta an zwei neuen Quest-Headsets arbeitet – eines davon könnte ein Nachfolger der nur kurzlebigen Quest Pro sein. Doch es scheint wahrscheinlicher, dass die neuen Brillen für 2025 vorgesehen sind.

Die Pläne für das Jahr der Größe“ beinhalten auch einen erneuten Vorstoß für Horizon Worlds – Metas ersten Versuch eines „Metaverse“, das so langweilig war, dass es Second Life von 2003 im Vergleich wie eine Achterbahnfahrt erscheinen ließ.

„Horizon Worlds auf Mobilgeräten muss sich unbedingt durchsetzen, damit unsere langfristigen Pläne eine Chance haben,“ schrieb Bosworth weiter. „Wenn du nicht das Gewicht der Geschichte auf dir spürst, dann achtest du nicht richtig auf die Realität. Dieses Jahr wird wahrscheinlich entscheiden, ob dieser gesamte Versuch als visionäre Meisterleistung oder als legendäres Missgeschick in die Geschichte eingeht.“

Das Memo ist voller Übertreibungen und Unternehmenssprech – so dick aufgetragen, dass Weird Al Yankovic daraus eine Fortsetzung seines Satire-Songs „Mission Statement“ machen könnte. Besonders bemerkenswert ist, dass Bosworth das Wort „Metaverse“ nicht ein einziges Mal erwähnt – dabei wurde das Unternehmen ursprünglich nach genau diesem Konzept benannt, um sich als Technologie-Visionär zu positionieren. Doch die Realität hat diese Ambitionen zerschlagen, denn die meisten Menschen wollen schlicht nicht mehr als ein oder zwei Stunden in ein VR-Headset geschnallt verbringen.

Kann Meta das Versprechen der AI-Wearables einlösen?

Aus Sicht der Benutzerfreundlichkeit machen intelligente Brillen deutlich mehr Sinn – allerdings haben wir bisher noch kein Modell gesehen, das das Versprechen eines wirklich praktischen Wearable-Computers einlöst. Apple soll Berichten zufolge an einer Mixed-Reality-Brille gearbeitet haben, doch die neuesten Hinweise aus verlässlichen Quellen deuten darauf hin, dass das Unternehmen das Projekt eingestellt hat. Der Hauptgrund? Probleme mit Rechenleistung und Akkulaufzeit.

Wenn Apple mit solchen Hürden zu kämpfen hatte, muss Meta erst noch beweisen, dass es mehr kann, als nur einen AI-Chatbot auf eine Brille zu packen.

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