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Meta baut gigantisches Unterseekabel fürs Internet

Milliardeninvestition soll globale Internet-Stabilität stärken und KI-Entwicklung pushen
Von Thomas Maxwell Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Meta plant eine milliardenschwere Investition in ein neues Unterseekabel, das mit einer Länge von 50.000 Kilometern fünf Kontinente verbinden soll – länger als der Erdumfang! Das Projekt, das unter dem Namen „Project Waterworth“ läuft, ist Metas erstes eigenes Unterseekabel-Projekt ohne externe Partner.

Laut Meta setzt das Unternehmen auf eine völlig neue Routing-Technologie sowie verbesserte Verlegetechniken, um möglichst viel Kabel in tiefen Gewässern zu platzieren. Dort sind sie besser vor Beschädigungen durch Schiffe oder andere Gefahren geschützt.

Obwohl das Internet heutzutage allgegenwärtig erscheint, ist die physische Infrastruktur dahinter ziemlich analog: Der größte Teil des interkontinentalen Internetverkehrs läuft über Unterseekabel – quasi gigantische Ethernet-Kabel, die Ozeane durchqueren. Diese Kabel sind jedoch in den letzten Jahren vermehrt Ziel von Angriffen geworden. Staaten wie Russland wurden mit gezielten Sabotagen in Verbindung gebracht, etwa mit dem jüngsten Vorfall, bei dem ein Ostsee-Kabel mutmaßlich durch sogenannte „Geisterschiffe“ durchtrennt wurde. Solche Attacken führen zu massiven Störungen und testen, wie weit Staaten gehen können, bevor Konsequenzen drohen. Russland bestreitet allerdings jegliche Beteiligung.

Warum investiert Meta in ein eigenes Unterseekabel?

Die Antwort ist simpel: Kontrolle. Die Apps von Meta, darunter Facebook und Instagram, sind für einen erheblichen Anteil des täglichen Internetverkehrs verantwortlich. Ein eigenes Kabel stellt sicher, dass Metas Dienste stabil und schnell bleiben, ohne sich auf Dritte verlassen zu müssen.

Dieser Schritt erinnert an Netflix, das über Jahre hinweg eine eigene Infrastruktur aus Rechenzentren und speziellen Netzwerkgeräten aufgebaut hat. Diese Technik ermöglicht es dem Streaming-Giganten, Inhalte direkt bei Internetanbietern zwischenzuspeichern, um die Netzlast zu reduzieren. Genau deshalb hat sich Netflix vor Jahren gegen Netzneutralität ausgesprochen – es brauchte den Schutz einfach nicht mehr. Doch das sorgte auch für Probleme: In Südkorea wurde Netflix 2021 von einem Internetanbieter verklagt, weil der Hype um „Squid Game“ zu Netzüberlastungen geführt hatte. Dort müssen Streaming-Anbieter sogar spezielle Netzwerkgebühren zahlen, um die Belastung zu kompensieren.

Der KI-Boom als Treiber für neue Infrastruktur

© Meta

Meta betonte in seiner Ankündigung, dass Project Waterworth auch als Basis für die Zukunft der Künstlichen Intelligenz dient. Wie der Rest der Tech-Welt ist Meta überzeugt, dass KI-Tools bald für alle unverzichtbar werden. Damit steigt die Nachfrage nach Rechenzentren rasant an.

Und genau hier kommen die neuen Unterseekabel ins Spiel: Sie bilden das Fundament, um die riesigen Datenmengen, die durch KI-Modelle entstehen, effizient über Kontinente hinweg zu transportieren. Meta sichert sich damit nicht nur die Kontrolle über seine eigenen Dienste, sondern auch eine entscheidende Position im künftigen KI-Zeitalter.

Ob es sich dabei nur um eine kluge Infrastruktur-Strategie handelt oder um den Versuch, das Internet weiter in die eigene Hand zu nehmen, bleibt abzuwarten. Sicher ist aber: Meta will nicht nur Teil des globalen Internets sein – sondern es aktiv mitgestalten.

 

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