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Wissenschaft

Mars hatte vor Milliarden Jahren Strände für den perfekten Urlaub, sagen Astronomen

Forscher haben unterirdische Sedimentschichten auf dem Roten Planeten entdeckt, die verblüffend an irdische Küstenformationen erinnern.
Von Margherita Bassi Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Ein internationales Forscherteam hat Hinweise auf frühere „Urlaubs-Strände“ auf dem Mars gefunden: versteckte Gesteinsschichten unter der Oberfläche, die auf einen uralten nördlichen Ozean mit sanften Wellenbewegungen hinweisen. Die Studie, die am 14. Januar im Fachmagazin PNAS veröffentlicht wurde, stärkt die Theorie, dass Mars einst riesige Wasserflächen besaß und potenziell bewohnbare Bedingungen herrschten.

„Wir entdecken Orte auf dem Mars, die einst wie alte Strände und Flussdeltas aussahen“, erklärt Benjamin Cardenas, Geologe an der Pennsylvania State University und Mitautor der Studie, in einer Pressemitteilung der Universität. „Wir haben Beweise für Wind, Wellen und jede Menge Sand gefunden – ein echter Traumstrand.“

Spuren eines verschwundenen Ozeans

Das Forschungsteam analysierte geologische Daten, die 2021 vom chinesischen Mars-Rover Zhurong in der Region Utopia Planitia gesammelt wurden. Der Rover ist mit einem Bodenradar ausgestattet, das Wissenschaftlern einen Blick in das Innere des Planeten ermöglicht – eine revolutionäre Technik, die vorher nicht zur Verfügung stand.

Dank dieses Radars entdeckten die Wissenschaftler unterirdische Gesteinsschichten, die frappierend an sogenannte „Vorfeldablagerungen“ auf der Erde erinnern. Diese Formationen entstehen, wenn Wasserströmungen Sedimente ins Meer ziehen und schichtweise ablagern. Um ihre Hypothese zu bestätigen, verglichen die Forscher die Mars-Daten mit Radaraufnahmen von irdischen Küstenregionen – sogar die Neigungswinkel der Schichten waren ähnlich.

„Das fiel uns sofort auf, denn es deutet darauf hin, dass es Wellen gab – also eine aktive Schnittstelle zwischen Luft und Wasser“, erklärt Cardenas. „Wenn wir zurückblicken, wo das früheste Leben auf der Erde entstanden ist, war es genau in diesem dynamischen Zusammenspiel von Ozean und Land. Diese Entdeckung zeichnet also ein Bild einer einst bewohnbaren Umgebung, in der mikrobielles Leben möglich gewesen sein könnte.“

Mars war einmal in Bewegung

Die Forscher schlossen andere Erklärungen, wie Flussablagerungen, Wind oder vulkanische Aktivität, aus. Die geologischen Strukturen und die Dicke der Sedimentschichten deuten darauf hin, dass der Mars einst eine Ozeanküste hatte.

„Wir sehen, dass sich diese Küstenlinie im Laufe der Zeit verändert hat“, fügt Cardenas hinzu. „Wir denken oft, dass der Mars einfach eine eingefrorene Momentaufnahme eines Planeten ist, aber das ist er nicht. Er hat sich entwickelt – Flüsse sind geflossen, Sedimente wurden bewegt, Land wurde aufgebaut und wieder abgetragen. Diese Art von Sediment-Geologie gibt uns einen Einblick, wie die Landschaft aussah, wie sie sich verändert hat und – ganz wichtig – wo wir nach Spuren vergangenen Lebens suchen sollten.“

Ein Mars mit Stränden – und vielleicht Leben?

Die neue Studie stützt frühere Erkenntnisse, dass es auf dem Mars einmal einen riesigen Ozean gab. Sie deutet zudem darauf hin, dass eine der wärmeren, feuchteren Phasen des Planeten vielleicht nicht nur einige Millionen, sondern sogar mehrere zehn Millionen Jahre andauerte.

Wenn der Mars also wirklich einst eine Küste hatte, dann könnten diese alten Strände heute die vielversprechendsten Orte sein, um nach Hinweisen auf früheres Leben zu suchen. Künftige Missionen könnten klären, ob einst Mikroben diese Strände bewohnten – oder ob die Wellen nur über eine einsame, lebenslose Welt rollten.

 

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