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Macht uns das Alter reizbarer? Die Psychologie hat eine unerwartete Antwort

Es wird gesagt, dass wir mit den Jahren weniger geduldig und anfälliger für schlechte Laune werden, aber die Psychologie bietet eine andere Perspektive. Eine Studie hat gezeigt, dass das Altern uns nicht zu Griesgrämigen macht, sondern uns freundlicher, toleranter und emotional stabiler werden lässt.
Von Martín Nicolás Parolari Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Viele Menschen glauben, dass das Altern den Verlust von Geduld und ein steigendes Maß an Reizbarkeit mit sich bringt. Dennoch hat die Psychologie Beweise gefunden, die dieses Klischee widersprechen.

Eine überraschende Studie über das Altern

Eine aktuelle Studie hat untersucht, wie sich die Stimmung mit dem Alter verändert, und ist zu einer überraschenden Schlussfolgerung gekommen: Anstatt uns grumpy zu machen, hilft uns der Lauf der Zeit, unsere Emotionen besser zu steuern und das Wohlbefinden zu priorisieren.

Die Studie, die den Mythos des schlechten Humors im Alter widerlegt

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Die Vorstellung des grummeligen alten Mannes gehört seit Generationen zum kollektiven Bild. Man nahm an, dass Menschen mit der Zeit an Toleranz verlieren und ungeduldiger werden. Eine in Psychology Today veröffentlichte Studie, geleitet von Psychologe René Mõttus von der Universität Edinburgh, hat jedoch diesen Glauben herausgefordert.

Mõttus und sein Team analysierten Tausende von älteren Menschen, um zu verstehen, wie sie ihre Emotionen in verschiedenen Lebensphasen erlebten und ausdrückten. Die Ergebnisse waren eindeutig: Mit dem Alter neigen Menschen nicht nur dazu, ihre Stresslevel zu senken, sondern zeigen auch eine Zunahme an Freundlichkeit und der Bereitschaft, positive Emotionen zu erfahren.

Anstatt reizbarer zu werden, zeigten die Studienteilnehmer eine größere emotionale Stabilität und eine bessere Fähigkeit, mit frustrierenden Situationen umzugehen. Dies deutet darauf hin, dass wir uns mit dem Alter nicht verhärten, sondern verständnisvoller und toleranter werden.

Warum werden wir mit den Jahren freundlicher?

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Mit dem Älterwerden sammeln wir Erfahrungen, die uns helfen, das, was wirklich zählt, zu priorisieren. Mit der Zeit verlieren alltägliche Sorgen an Gewicht und wir legen mehr Wert auf zwischenmenschliche Beziehungen und bedeutungsvolle Momente.

Darüber hinaus bringt das Alter oft eine Verringerung des Drucks mit sich, der in der Jugend Stress verursacht, wie berufliche Verantwortung, finanzielle Sorgen oder die Erziehung von Kindern. Wenn die Pensionierung näher rückt, nehmen viele Menschen eine entspanntere Perspektive ein und konzentrieren sich darauf, das Leben zu genießen, anstatt sich um kleinere Probleme zu sorgen.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Entwicklung emotionaler Intelligenz. Mit den Jahren lernen wir, unsere Emotionen besser zu steuern, was uns ermöglicht, ruhig auf schwierige Situationen zu reagieren. Anstatt impulsiv mit Wut oder Frustration zu reagieren, entscheiden sich viele ältere Menschen für Verständnis und Geduld.

Die emotionale Realität des Alterns

Obwohl es stimmt, dass das Altern biologische Veränderungen mit sich bringt, die die Stimmung beeinflussen können, hat die Psychologie gezeigt, dass die Fähigkeit, Emotionen zu regulieren, mit der Zeit besser wird. Im Gegensatz zu weit verbreiteten Auffassungen gelingt es vielen älteren Menschen, leichter ruhig zu bleiben und unnötige Reizbarkeit zu vermeiden.

Der Mythos des grummeligen alten Menschen scheint mehr auf Stereotypen als auf wissenschaftlichen Fakten zu basieren. Die Beweise deuten darauf hin, dass das Altern in den meisten Fällen ausgeglichener und emotional weiser macht. Könnte es sein, dass Geduld tatsächlich eine der größten Belohnungen des Alters ist?

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