Zum Inhalt springen
News

Krypto-Skandal in Argentinien: Beherrscht ein Unternehmer Präsident Milei?

Brisante Enthüllungen um $LIBRA und den argentinischen Präsidenten
Von Lucas Ropek Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Argentiniens rechtslibertärer Präsident Javier Milei steckt in einer der größten Krisen seiner Amtszeit – und dieses Mal geht es nicht direkt um seine umstrittene Wirtschaftspolitik. Stattdessen sorgt ein Memecoin-Skandal für Aufsehen, der nicht nur Krypto-Investoren weltweit, sondern auch seine eigene Regierung erschüttert.

Vor wenigen Tagen hat Milei öffentlich für die Kryptowährung $LIBRA geworben, die danach einen spektakulären Kursanstieg erlebte – nur um kurz darauf abzustürzen und Millionen von Investoren um ihr Geld zu bringen. Nun berichtet CoinDesk, dass der Schöpfer des Coins, der Krypto-Unternehmer Hayden Davis, behauptet haben soll, Milei „kontrollieren“ zu können.

„Ich kontrolliere ihn“ – Pikante Textnachrichten aufgetaucht

Laut CoinDesk enthüllen durchgesickerte Textnachrichten von Mitte Dezember, dass Davis in privaten Chats angab:

„Ich kontrolliere den Typen.“

Noch brisanter: Er soll behauptet haben, Mileis Schwester Karina Milei finanziell zu unterstützen, um den Präsidenten nach seiner Pfeife tanzen zu lassen:

„Ich schicke $$ an seine Schwester, und er unterschreibt alles, was ich sage, und macht, was ich will.“

Karina Milei gilt als eine der mächtigsten Personen in Mileis innerem Zirkel. Sie ist nicht nur seine Schwester, sondern auch seine enge Beraterin und eine der einflussreichsten Figuren in der Regierung.

Weder sie noch Davis haben sich bisher öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Mileis Regierung bestreitet jegliche offizielle Verbindung zu Davis oder seinem Unternehmen Kelsier Ventures.

Millionenverluste und Korruptionsermittlungen

Ob es tatsächlich Geldflüsse zwischen Davis und Mileis Umfeld gab, ist bislang unklar. Fest steht jedoch, dass Davis und sein Unternehmen zu den größten Profiteuren der plötzlichen $LIBRA-Blase gehörten. Laut CoinDesk verdienten Krypto-Wallets, die Davis und Kelsier Ventures zugeordnet werden, mehr als 100 Millionen Dollar, als der Coin auf fünf Dollar anstieg, bevor er um mehr als 95 % abstürzte.

Die argentinische Anti-Korruptionsbehörde hat nun eine Untersuchung wegen Betrugsvorwürfen eingeleitet. Gleichzeitig will die Regierung den gesamten $LIBRA-Vorgang und alle beteiligten Personen und Unternehmen unter die Lupe nehmen.

Mileis libertäres Experiment und der Einfluss von Krypto-Lobbyisten

Milei genießt in internationalen rechtslibertären Kreisen große Anerkennung – Elon Musk ist bekennender Fan. Seine radikalen Wirtschaftsreformen, bei denen er von einem „Kettensägen“-Ansatz gegen die Regierung spricht, haben ausländischen Investoren große Chancen eröffnet, während die Armut und Obdachlosigkeit in Argentinien rasant steigen.

Ein Netzwerk libertärer US-Thinktanks, darunter Atlas Network, soll großen Einfluss auf Mileis Politik haben. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, denn ähnliche Figuren wie Elon Musk und diverse Krypto-Milliardäre versuchen auch, politische und wirtschaftliche Strukturen in anderen Ländern zu beeinflussen – inklusive der USA.

Ob Milei tatsächlich von einem Krypto-Unternehmer manipuliert wird oder ob Davis bloß große Töne spuckt, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Der $LIBRA-Skandal könnte für den argentinischen Präsidenten zum politischen Desaster werden.

 

Diese Geschichte teilen

Verwandte Artikel