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Wissenschaft

Kann Öl eine grüne Revolution anstoßen? Die Energie, die niemand erwartet hat

Eine saubere, konstante und fast unbegrenzte Energiequelle könnte die globale Energiezukunft verändern. Doch das Überraschendste ist nicht ihre Herkunft, sondern wer bei ihrer Entwicklung helfen könnte: die Ölindustrie selbst. Neue geothermische Technologien könnten die weltweite Energielandschaft neu gestalten.
Von Martín Nicolás Parolari Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Saubere Energie, wo sie zuvor nicht möglich war

Geothermische Energie war über Jahre hinweg eine vielversprechende erneuerbare Energiequelle mit geografischen Einschränkungen. Dennoch eröffnen jüngste Fortschritte eine unerwartete Möglichkeit: Elektrizität und Wärme von überall auf der Welt zu erzeugen, ohne auf natürliche Reserven von heißem Wasser angewiesen zu sein. Der auffällige Aspekt ist, wer diesen Wandel beschleunigen könnte: der Ölsektor.

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Island führt den Einsatz von geothermischer Energie an und bezieht zwei Drittel seiner Energie aus unterirdischen Lagerstätten. Doch dieses Nutzungsniveau ist eine Ausnahme. In Ländern wie der Türkei, Indonesien, den USA oder Kenia hängt die Geothermie noch von Gebieten mit spezifischen natürlichen Bedingungen ab.

Von trockener Erde zu Elektrizität

Der Schlüssel liegt darin, größere Tiefen zu erreichen. Pro Kilometer steigt die Temperatur um 25 bis 30 Grad. Projekte wie das kanadische Unternehmen Eavor in Bayern setzen auf geschlossene Kreislaufsysteme, die kein natürliches Wasser benötigen. Hier werden 5.000 Meter tiefe Bohrungen über Rohre verbunden, durch welche kaltes Wasser zirkuliert, das beim Kontakt mit dem Gestein erhitzt und dann an die Oberfläche zurückgeleitet wird, um genutzt zu werden. Diese Anlage, die für 2026 geplant ist, wird 350 Millionen Euro kosten.

Eine weitere innovative Lösung kommt aus den USA, wo Fervo Energy – unterstützt von Google – eine „grüne Frakturierung“ entwickelt, die künstliche Lagerstätten mit heißem Wasser erzeugt. Obwohl dieser Ansatz Effizienz verspricht, birgt er auch Risiken.

Risiken und unerwartete Verbündete

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Die Tiefenbohrung kann Mikroseismus hervorrufen, wie es 2017 in Südkorea der Fall war. Außerdem verbrauchen einige Methoden große Mengen Wasser. Im Gegensatz dazu minimieren geschlossene Systeme, wie das von Eavor, diese Risiken, auch wenn deren Entwicklung teurer ist.

Hier kommt ein unerwarteter Verbündeter ins Spiel: die Ölindustrie. Dank ihrer Erfahrung in extremen Bohrungen könnte sie die Kosten für geothermische Energie erheblich senken und deren globale Expansion beschleunigen. Laut Terra Rogers von der Clean Air Taskforce ist ihre technologische Unterstützung entscheidend, um dieses Versprechen in eine energiepolitische Realität umzuwandeln.

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