Hier ist ein extra Ansporn für alle, die das Rauchen als Neujahrsvorsatz aufgeben wollen: Eine aktuelle Studie zeigt, dass jede einzelne Zigarette deine Lebenszeit um fast eine halbe Stunde verkürzt.
So stark schadet Rauchen wirklich
Forscher des University College London haben aktuelle Daten ausgewertet und eine frühere Schätzung zur gesundheitlichen Belastung durch Rauchen aktualisiert. Ihr Fazit: Eine einzige Zigarette kostet durchschnittlich 20 Minuten Lebenszeit. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig es ist, so früh wie möglich mit dem Rauchen aufzuhören.
Die Gefahren des Rauchens sind längst bekannt: Zigaretten schädigen nahezu jedes Organ im Körper und erhöhen das Risiko für lebensgefährliche Erkrankungen wie Lungenkrebs, Herzkrankheiten und COPD. Doch die britischen Forscher wollten das genaue Ausmaß des Schadens mit den neuesten verfügbaren Daten ermitteln.
Wie wurde die Studie durchgeführt?
Bereits im Jahr 2000 gab es eine Studie zu diesem Thema. Damals wurde berechnet, dass jede Zigarette die Lebensdauer im Durchschnitt um 11 Minuten verkürzt. Diese Schätzung basierte jedoch ausschließlich auf Daten männlicher Raucher. Die neue Untersuchung schließt nun auch Frauen mit ein und nutzt zudem aktuellere Zahlen zur Sterblichkeit in Großbritannien sowie zum durchschnittlichen täglichen Zigarettenkonsum.
Nach der Analyse all dieser Faktoren kamen die Forscher zu einem erschreckenden Ergebnis: Wer sein Leben lang raucht, verliert im Durchschnitt 10 bis 11 Jahre seiner Lebenserwartung im Vergleich zu Nichtrauchern – deutlich mehr als die früher geschätzten 6,5 Jahre. Noch präziser betrachtet: Jede gerauchte Zigarette kostet Männer etwa 17 Minuten ihres Lebens, Frauen sogar 22 Minuten.
Die verlorene Zeit ist gesunde Zeit
Besonders beunruhigend ist, dass diese verlorenen Jahre nicht einfach am Lebensende fehlen, sondern aus den gesunden, mittleren Jahren stammen. Das bedeutet, dass Raucher die normalen Altersbeschwerden früher erleben als Nichtraucher. Laut den Forschern entspricht die Gesundheit eines 60-jährigen Rauchers ungefähr der eines 70-jährigen Nichtrauchers.
„Das ist Zeit, die normalerweise in relativ guter Gesundheit verbracht werden könnte“, schreiben die Wissenschaftler in ihrer Studie, die im Fachjournal Addiction veröffentlicht wurde.
Nicht jeder Raucher bekommt Lungenkrebs – aber das Risiko bleibt hoch
Natürlich trifft das Risiko nicht alle Raucher in gleichem Maße. Nicht jeder wird zwangsläufig an Lungenkrebs erkranken. Außerdem enthalten moderne Zigaretten weniger Teer als früher, sodass Raucher heute möglicherweise geringeren Mengen giftiger Stoffe ausgesetzt sind. Allerdings hat sich gezeigt, dass sogenannte „Low-Tar“-Zigaretten das Krebsrisiko kaum senken – möglicherweise, weil Raucher tiefere Züge nehmen, um genug Nikotin zu bekommen.
Immer weniger Menschen rauchen – aber es sterben immer noch Hunderttausende
Glücklicherweise rauchen weltweit immer weniger Menschen, was dazu beiträgt, die Zahl der Krebsfälle und Todesfälle zu senken. Dennoch sterben allein in den USA jedes Jahr fast eine halbe Million Menschen an den direkten oder indirekten Folgen des Rauchens.
Auch wenn die Schäden durch Rauchen nicht vollständig rückgängig gemacht werden können, lohnt es sich immer, aufzuhören – egal in welchem Alter. Die Forscher betonen: Wer früher aufhört, profitiert am meisten.
„Mit dem Rauchen aufzuhören ist in jedem Alter sinnvoll, aber je früher Raucher aus dieser Todesspirale aussteigen, desto länger und gesünder wird ihr Leben sein“, so die Wissenschaftler abschließend.