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Wissenschaft

Ist das Universum schuld? Kosmische Explosionen könnten das Leben auf der Erde ausgelöscht haben

Was, wenn einige der größten Katastrophen in der Erdgeschichte gar keinen irdischen Ursprung hatten? Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Sternenexplosionen in der Vergangenheit Massenaussterben ausgelöst haben könnten. Aber... könnte es wieder passieren? Erfahre, wie nah – und wie gefährlich – das Universum der totalen Vernichtung wirklich war (und ist).
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Im Laufe von Millionen Jahren war die Erde Schauplatz verheerender Ereignisse, die fast alles Leben auslöschten. Meist suchen wir die Ursachen für diese Extinktionen auf unserem eigenen Planeten. Doch eine neue Studie legt nahe, dass manche dieser Katastrophen buchstäblich von jenseits der Sterne stammen könnten. Eine stille und unsichtbare Bedrohung könnte in den Tiefen der Galaxie weiterhin lauern.

Massenaussterben vom Himmel statt vom Boden

Zwar war der Einschlag eines Asteroiden vor 65 Millionen Jahren für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich, doch es war nicht das einzige Massenaussterben der Erdgeschichte. Mindestens fünf vergleichbare Ereignisse sind dokumentiert – viele davon deutlich älter und noch tödlicher. Besonders hervorzuheben sind die Aussterben am Ende des Ordoviziums (vor etwa 445 Millionen Jahren) und des Devons (vor rund 372 Millionen Jahren).

Das Faszinierende: Beide Ereignisse gingen mit einem massiven Verlust an Ozon in der Atmosphäre einher. Dies veranlasste ein Forscherteam der Universität Alicante in Spanien, eine gewagte Hypothese zu prüfen: Was, wenn die Ursache im Weltall lag?

Supernovae im Visier

Ist das Universum schuld? Kosmische Explosionen könnten das Leben auf der Erde ausgelöscht haben
© Yihan Wang – Pexels

Im Zentrum der Theorie stehen Supernovae – gewaltige Explosionen, die beim Tod bestimmter Sterne entstehen. Ihre enorme Energie kann durch das All reisen und, wenn sie in ausreichender Menge auf die Erde trifft, die Atmosphäre massiv beeinflussen.

Wenn eine Supernova in relativer Nähe zur Erde explodiert, sendet sie eine Welle von Gammastrahlen aus. Diese Strahlung kann Ozonmoleküle aufspalten, wodurch die schützende Ozonschicht geschwächt oder zerstört wird. In der Folge treffen ultraviolette Sonnenstrahlen ungefiltert auf die Erde – mit verheerenden Auswirkungen auf alles Leben an Land und im Meer.

Ein reales Risiko?

Die Forscher analysierten die Verteilung von sogenannten OB-Sternen – extrem massereiche und heiße Sterne, die dazu neigen, in Supernovae zu enden – innerhalb eines Radius von 3.260 Lichtjahren. Auf Basis ihrer Lebenszyklen berechneten sie, wie viele dieser Sterne in gefährlicher Nähe explodieren: etwa 2,5 Mal pro Milliarde Jahre.

Erstaunlicherweise entspricht diese Rate in etwa der Häufigkeit von Massenaussterben in der Erdgeschichte, insbesondere jener, für die bislang keine eindeutige Ursache bekannt war. Zwar lassen sich nicht alle Aussterben auf Sternenexplosionen zurückführen, doch sie könnten mehr Katastrophen ausgelöst haben, als bisher angenommen.

Eine explosive Zukunft?

Gegenwärtig gibt es keine Sterne in unmittelbarer Nähe, die kurz vor einer Explosion stehen. Doch würde eine Supernova in einem Umkreis von 65 Lichtjahren stattfinden, wären die Folgen dramatisch: Die Ozonschicht würde verschwinden, die UV-Strahlung würde Krebsraten explodieren lassen, ganze Ökosysteme würden kollabieren – und unsere Zivilisation wäre wohl dem Untergang geweiht.

Die gute Nachricht: Das aktuelle Risiko ist äußerst gering. Die schlechte: Das Universum fragt nicht um Erlaubnis. Und in seiner unendlichen Weite bleiben auch geringe Wahrscheinlichkeiten bestehen. Sind wir wirklich in Sicherheit? Vielleicht doch nicht so sehr, wie wir glauben.

Quelle: Meteored.

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