Nachdem Intuitive Machines im vergangenen Jahr als erstes privates Unternehmen eine erfolgreiche Mondlandung durchgeführt hat, startet die Firma nun einen weiteren Versuch nahe des Südpols unseres Erdtrabanten. Hoffentlich bleibt der Lander diesmal aufrecht stehen.
Update: Donnerstag, 6. März, 16:14 Uhr ET
„Wir glauben nicht, dass wir die korrekte Ausrichtung auf der Mondoberfläche haben – schon wieder“, erklärte Intuitive Machines-CEO Steve Altemus in einer Pressekonferenz. „Ich habe noch nicht alle Daten, um genau zu sagen, in welcher Position sich das Fahrzeug befindet.“ Das Unternehmen wird in Zusammenarbeit mit der NASA entscheiden, wie die Mission weitergeht, aber laut Altemus wird sie „nicht planmäßig“ verlaufen.
Update: Donnerstag, 6. März, 12:55 Uhr ET
Der Athena-Lander von Intuitive Machines ist auf der Mondoberfläche, aber die genaue Lage des Fahrzeugs wird noch analysiert.
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Intuitive Machines hatte geplant, Athena am Donnerstag um 12:32 Uhr ET auf der Mondoberfläche zu landen. Die Nova-C-Mondlandefähre, benannt nach der griechischen Göttin der Weisheit, sollte in Mons Mouton, einem Plateau nahe des Mond-Südpols, aufsetzen. Athena wurde von Intuitive Machines für das Commercial Lunar Payload Services (CLPS)-Programm der NASA gebaut. Der Landeversuch wurde live auf der IM-2-Missionsseite von Intuitive Machines sowie auf NASA+ gestreamt.
Athena startete am 26. Februar an Bord einer SpaceX Falcon 9-Rakete. Der Lander ist mit wissenschaftlichen Instrumenten der NASA ausgestattet, die Ressourcen auf dem Mond untersuchen und den Weg für eine nachhaltige menschliche Präsenz ebnen sollen.
Zu den NASA-Experimenten gehört PRIME-1 (Polar Resources Ice Mining Experiment-1), das aus einem Bohrer und einem Massenspektrometer besteht und die Mondoberfläche auf Wassereisvorkommen untersucht. Zudem hat Athena „Grace“ an Bord, einen Micro-Nova-Roboter, der in nahegelegene Krater springen und sie erkunden kann.
Ein weiteres spannendes Projekt an Bord ist das Nokia Lunar Surface Communications System – ein Mobilfunknetz, das den Lander mit einem Rover von Lunar Outpost sowie dem Micro-Nova-Hopper verbinden soll.
Die Mission erreichte am Montag den Mondorbit und vollendete alle zwei Stunden eine Umrundung, während sie auf den Sonnenaufgang an der Landestelle wartete, um Athena mit Energie zu versorgen. Um auf dem Mond zu landen, musste Athena ein Bremsmanöver durchführen, um seine Umlaufbahn zu senken und den perfekten Landeanflug einzuleiten. Von da an war der Roboter auf sich allein gestellt und flog autonom bis zur Mondoberfläche.
Eine zweite Chance nach einem holprigen Start
Intuitive Machines hat Erfahrung mit schwierigen Landungen. Im Februar 2024 brachte das Unternehmen bereits seinen ersten Mondlander, Odysseus, auf die Oberfläche – mit gemischtem Erfolg. Der Name Athena stammt aus der griechischen Mythologie, in der sie Odysseus‘ göttliche Schirmherrin war. Doch wie sein Namensvetter Odysseus stolperte auch der Lander: Einer seiner Landebeine verfing sich möglicherweise beim Abstieg, wodurch er auf die Seite kippte und schließlich auf einem Felsen zum Liegen kam.
Trotz der unsauberen Landung schrieb Intuitive Machines Geschichte: Der Erfolg des Unternehmens markierte den Beginn einer neuen Ära kommerzieller Mondmissionen. Und sie sind nicht die Einzigen: Ein weiteres texanisches Startup, Firefly Aerospace, schaffte es am vergangenen Wochenende bei seinem allerersten Versuch auf den Mond. Die Mission „Blue Ghost“ landete am Sonntag um 3:34 Uhr ET sanft auf der Mondoberfläche.
Doch das war noch nicht alles: Auch das japanische Unternehmen ispace hat einen privaten Lander ins All geschickt. Die „Resilience“-Sonde reiste mit der SpaceX-Rakete, die auch Fireflys „Blue Ghost“ zum Mond brachte. Sie absolvierte am 15. Februar einen Vorbeiflug am Mond und soll im April auf der Oberfläche landen.
Ein Vorgeschmack auf die Artemis-Missionen
Dieses hohe Tempo an kommerziellen Mondmissionen ist ein Vorgeschmack auf die kommenden Artemis-Missionen der NASA, die ab nächstem Jahr bemannte Flüge zum Mond bringen sollen. Schon jetzt wird es eng auf der Mondoberfläche, doch mit einer halbpermanenten menschlichen Präsenz am Horizont steht Intuitive Machines erst am Anfang eines neuen Raumfahrtzeitalters.