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Wissenschaft

Hunde merken sich Spielzeugnamen – sogar nach Jahren

Eine Studie zeigt: Hunde können sich nicht nur Objekte merken, sondern erinnern sich auch Jahre später noch an deren Namen.
Von Adam Kovac Übersetzt von

Lesezeit 3 Minuten

Dein Hund liebt nicht nur sein quietschendes Lieblingsspielzeug – er weiß wahrscheinlich sogar noch, wie es heißt. Und das selbst dann, wenn er es seit Jahren nicht mehr gesehen hat.

Eine neue, wenn auch kleine Studie legt nahe, dass Hunde viel besser darin sind, Wörter bestimmten Objekten zuzuordnen – und diese Verknüpfungen auch langfristig im Kopf zu behalten. Forscher:innen sehen darin sogar Ähnlichkeiten mit der Sprachentwicklung kleiner Kinder.

Hunde vs. Spielzeug: Wer behält den Überblick?

Das Experiment stammt von einem Forschungsteam an der Eötvös-Loránd-Universität in Ungarn, angeführt von Verhaltensforscherin Shany Dror. Veröffentlicht wurde die Studie in der Fachzeitschrift Biology Letters.

Im Dezember 2020 bekamen fünf Hunde – Max, Rico, Squall, Whisky und Gaia – jeweils 12 Spielzeuge, die sie namentlich erlernen sollten. Die Spielzeiten variierten stark: Während Gaia täglich über fünf Stunden mit ihren Spielsachen verbringen durfte, hatten andere Hunde wie Max oder Rico maximal 30 Minuten pro Tag.

Getestet wurde, ob sich die Hunde ein Monat, zwei Monate und schließlich zwei Jahre später noch an die Namen ihrer Spielzeuge erinnern konnten. Vor jedem Test durften sie kurz an den Objekten schnüffeln, um sie nicht völlig aus dem Häuschen zu bringen – danach kam die eigentliche Challenge: Frauchen oder Herrchen forderten den Hund per Sprachbefehl auf, ein bestimmtes Spielzeug zu holen.

Wenn der richtige Gegenstand gebracht wurde, gab’s natürlich ordentlich Lob und ein paar Streicheleinheiten – Good Boy!

Zwei Jahre später – und sie wissen’s immer noch

Nach ein bis zwei Monaten lag die Trefferquote bei beachtlichen 70 % bzw. 55 %. Selbst nach zwei Jahren erkannten die Hunde im Schnitt noch in 44 % der Fälle das richtige Spielzeug am Namen.

Klingt erst mal nicht nach einer Glanzleistung – aber der Zufallswert lag laut Studie nur bei etwa 20,4 %. Das bedeutet: Die Hunde wussten ziemlich genau, was sie taten.

Besonders auffällig: Manche Hunde schnitten deutlich besser ab als andere. Rico und Gaia waren die Spitzenreiter mit Erfolgsquoten von 60 % und 54 %. Allerdings hatte Ricos Besitzer:in in der Zwischenzeit einen Großteil der Spielzeuge verloren – die Ergebnisse könnten also leicht verfälscht sein. Nur Squall lag mit seinen Ergebnissen etwa im Bereich des Zufalls. Die restlichen Hunde lagen durchweg 20 % über dem, was bei reinem Raten rausgekommen wäre.

Und ja – bevor du fragst – es gibt natürlich auch Videoaufnahmen davon. Und ja, sie sind so süß, wie du denkst.

Alles nur Border Collies?

Die Studie war zwar klein, liefert aber spannende Hinweise darauf, wie Hunde mit Sprache umgehen. Allerdings: Die Zahl der getesteten Tiere ist mit fünf Hunden sehr gering. Und alle waren Border Collies – eine Rasse, die ohnehin für ihre Intelligenz bekannt ist. Es ist also unklar, ob andere Rassen dieselbe Fähigkeit besitzen.

Die Forscher:innen wählten Hunde aus gutem Grund: Sie leben eng mit Menschen zusammen und wachsen permanent mit gesprochener Sprache auf – ähnlich wie Kinder im frühen Alter. Die Studie zeigt, dass Hunde zwar nicht sprechen können, aber dennoch in der Lage sind, Begriffe kognitiv mit Objekten zu verknüpfen und über längere Zeit abzuspeichern.

Das könnte sogar neue Einblicke in unsere eigene geistige Entwicklung liefern – und in die Frage, wie wir Sprache im Gehirn organisieren und abspeichern.

Ein „Wow“ der besonderen Art

Zugegeben, die Erkenntnisse sind nicht unbedingt weltverändernd – aber sie werfen ein neues Licht darauf, wie clever unsere Vierbeiner eigentlich sind. Wer hätte gedacht, dass Hunde beim Thema Langzeitgedächtnis mit Kleinkindern mithalten können?

Kurz gesagt: Die Ergebnisse sind nicht „für die Hunde“, sondern ziemlich beeindruckend.

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