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Wissenschaft

Hatschi! Deine Nasenpilze könnten schuld an deinen Allergien sein

Forscher haben herausgefunden, dass Menschen mit Allergien oder Asthma eine vielfältigere Pilzgemeinschaft in ihrer Nase haben als symptomfreie Personen. Diese Entdeckung könnte neue Ansätze für die Behandlung von Allergien und Asthma liefern.
Von Margherita Bassi Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Der Frühling bringt nicht nur sonnige Tage, sondern für viele auch eine laufende Nase und ständiges Niesen mit sich. Wissenschaftler haben jetzt einen möglichen Zusammenhang zwischen allergischen Symptomen und bestimmten Pilzen in der Nase entdeckt.

Ein internationales Forscherteam fand heraus, dass Menschen mit allergischem Schnupfen und Asthma andere Pilzgemeinschaften in ihrer Nase haben als gesunde Menschen. Die Ergebnisse, die am 17. Dezember in der Fachzeitschrift Frontiers in Microbiology veröffentlicht wurden, könnten wegweisend für neue Behandlungsmethoden sein.

„Wir konnten zeigen, dass Proben von Patienten mit allergischer Rhinitis eine signifikant höhere Pilzvielfalt aufwiesen und sich die Zusammensetzung der Pilzgemeinschaft von der gesunder Personen unterschied“, erklärte Luís Delgado von der Universität Porto in einer Mitteilung von Frontiers in Microbiology. Allergische Rhinitis ist der medizinische Fachbegriff für typische Allergiesymptome wie verstopfte oder laufende Nase, Niesen, Juckreiz und entzündete Nasenschleimhäute.

Laut Delgado könnte dies darauf hinweisen, dass allergische Rhinitis die Vielfalt und Zusammensetzung des Mikrobioms der oberen Atemwege beeinflusst. Da allergische Rhinitis oft mit Asthma einhergeht, das ebenfalls durch Entzündungen und blockierte Atemwege gekennzeichnet ist, vermuten die Forscher, dass beide Erkrankungen unterschiedliche Ausprägungen derselben zugrunde liegenden Ursache sein könnten.

Pilzgemeinschaften in der Nase unter der Lupe

Das Forscherteam, dem auch Wissenschaftler der George Washington University angehören, nahm Nasenabstriche von 215 Patienten einer Immunologie- und Asthma-Klinik in Porto, Portugal, sowie von 125 gesunden Personen. Unter den Klinikpatienten litten 155 sowohl an allergischer Rhinitis als auch an Asthma, 47 hatten nur allergische Rhinitis und 12 nur Asthma.

Mithilfe von DNA-Sequenzierung analysierten die Wissenschaftler die Pilze in den Nasenabstrichen und stellten fest, dass viele der gefundenen Pilze bereits als allergieauslösend oder potenziell krankheitserregend bekannt sind.

„Unsere Ergebnisse bestätigen auf Pilzebene, was bereits für Bakterien bekannt ist: Die Nasenhöhle ist ein bedeutendes Reservoir für opportunistische Krankheitserreger, die allergische Rhinitis und Asthma auslösen können“, erklärten die Forscher in ihrer Studie.

Obwohl diese krankheitserregenden Pilze in allen Proben nachgewiesen wurden, stellten Delgado und sein Team fest, dass Patienten aus der Klinik eine reichhaltigere und vielfältigere Pilzgemeinschaft in ihrer Nase hatten als gesunde Menschen. Zudem fanden sie Hinweise darauf, dass die Pilze bei Patienten mit beiden Atemwegserkrankungen das Immunsystem der Nase beeinflussen.

Ein neuer Therapieansatz?

Besonders interessant war jedoch eine weitere Entdeckung: In den Nasen von Patienten mit beiden Atemwegserkrankungen fanden die Forscher eine Übermenge an 5-Aminoimidazol-Ribonukleotid (AIR), einer chemischen Verbindung, die mit Energiestoffwechsel und DNA-Synthese in Verbindung steht.

Die Wissenschaftler vermuten, dass diese Verbindung eine Rolle bei der Entstehung von allergischen Erkrankungen spielt und könnte ein neuer Angriffspunkt für therapeutische Maßnahmen oder Diagnosen sein. Mit weiteren Untersuchungen könnte diese Erkenntnis in Zukunft zur Entwicklung neuer Behandlungen für Allergien und Asthma beitragen.

Das Forscherteam plant, die Studie weiterzuführen – eine vielversprechende Aussicht für Millionen von Menschen, die sich jedes Frühjahr mit Taschentüchern bewaffnen und ihren Freunden versichern: „Es sind nur Allergien!“

 

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