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Tech

Google’s Neues KI-Modell Kann Wasserzeichen Entfernen

Gemini 2.0 Flash löscht Objekte aus Bildern – nicht perfekt, aber ziemlich gut
Von Thomas Maxwell Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Googles neuestes KI-Modell, Gemini Flash 2.0, sorgt für Aufsehen – vor allem, weil es in der Lage ist, Wasserzeichen aus urheberrechtlich geschützten Bildern zu entfernen. Nutzer in sozialen Netzwerken haben entdeckt, dass das Tool, das sich aktuell in einer experimentellen Phase befindet, genau das kann. Derzeit ist es nur für Entwickler verfügbar.

Apps, die Objekte aus Bildern entfernen und Lücken intelligent auffüllen können, gibt es schon länger. Doch moderne generative KI-Modelle haben diese Funktionen auf ein neues Level gehoben. Unternehmen wie Adobe integrieren immer leistungsfähigere Werkzeuge zur Objektentfernung in ihre Bildbearbeitungsprogramme. Apple hat mit „Clean up“ auf iOS und macOS ein ähnliches Feature vorgestellt, das kompatiblen Geräten erlaubt, unerwünschte Objekte aus Fotos zu entfernen.

Wie gut ist Gemini Flash 2.0 wirklich?

Ein Beitrag auf X (ehemals Twitter) zeigt, wie beeindruckend effektiv Gemini Flash 2.0 Objekte aus Bildern entfernt. Auch wenn es nicht perfekt ist, kommt das Modell erstaunlich nah an eine lückenlose Bearbeitung heran.

Große, geschlossene KI-Modelle wie die von Google oder OpenAI sind normalerweise mit Einschränkungen ausgestattet, um rechtliche Probleme zu vermeiden. OpenAIs DALL-E beispielsweise verweigert das Erstellen von Bildern mit urheberrechtlich geschützten Charakteren. Microsoft hat kürzlich eine Gruppe von Nutzern verklagt, die es geschafft haben, seine KI dazu zu bringen, explizite Inhalte zu generieren. Google wird daher mit hoher Wahrscheinlichkeit Mechanismen einbauen, um zu verhindern, dass Wasserzeichen einfach entfernt werden können. Doch ob das langfristig ausreicht, ist fraglich.

Die Katze ist aus dem Sack

Viele Experten sind sich einig: Diese Art von Technologie lässt sich nicht mehr komplett zurückholen. Auch wenn Unternehmen Sicherheitsmechanismen in ihre Modelle einbauen, können diese bei offenen Systemen oft umgangen werden. Dennoch hilft es Google, sich rechtlich abzusichern, wenn es zumindest den Anschein erweckt, gegen Missbrauch vorzugehen. Selbst Open-Source-Modelle kommen oft mit Lizenzvereinbarungen, und letztlich können auch Gerichte und Strafverfolgungsbehörden einschreiten, wenn es zu Verstoßen kommt.

Das ironische Detail

Eine kuriose Wendung gibt es in diesem Fall: Während Gemini Flash 2.0 Wasserzeichen entfernen kann, versieht Google KI-generierte oder bearbeitete Bilder automatisch mit einem eigenen Wasserzeichen. Das soll sicherstellen, dass Betrachter erkennen können, dass das Bild von einer KI modifiziert wurde.

Das Ganze erinnert an eine ironische Metapher für KI an sich: Etwas, das jemand anderem gehört, wird genommen, von seinen Eigentumsnachweisen befreit und dann mit einer neuen Kennzeichnung versehen. Bleibt abzuwarten, wie sich Google in Zukunft dazu positionieren wird.

 

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