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Google Maps erlaubt keine negativen Bewertungen für den „Golf von Amerika“

Nach der von Trump angeordneten Umbenennung wurde die Bucht mit negativen Bewertungen überflutet – doch Google hat eingegriffen.
Von AJ Dellinger Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Hast du eine starke Meinung zum Golf von Mexiko? Dann wirst du sie wohl anderswo als auf Google Maps teilen müssen. Die Plattform verhindert derzeit, dass Nutzer Bewertungen oder Kommentare zum Golf hinterlassen, wie die BBC berichtet. Der Grund: Google spielt mit bei der Trump-Regierung und hat die Gewässer gemäß präsidialer Anordnung in „Golf von Amerika“ umbenannt.

Der Golf hat aktuell eine 4,5-Sterne-Bewertung auf Google Maps mit fast 7.000 Rezensionen – eine ziemlich solide Bestätigung für die Schönheit der Bucht. Doch direkt unter der Bewertung prangt jetzt eine neue Benachrichtigung: „Das Veröffentlichen von Beiträgen ist derzeit deaktiviert.“

Google erklärt dazu: „Bestimmte Orte erhalten eher Beiträge wie Rezensionen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen. Um dies zu verhindern, hat Google das Posten deaktiviert.“

Die Namensänderung, die keiner wollte – und die negativen Rezensionen, die gelöscht wurden

An sich ist der Golf von Mexiko unter den Rezensenten kaum umstritten. Er wird als „einer der schönsten Orte der Welt“, als „Paradies für Angler“ und sogar als „Bester Golf überhaupt“ beschrieben.

Aber wenn man die Bewertungen nach Datum sortiert, fällt schnell auf: Seit einem Monat gibt es keine neuen Rezensionen mehr.

Der Grund? Google hat anscheinend hunderte Ein-Sterne-Bewertungen gelöscht, die Nutzer hinterließen, nachdem die Plattform den Namen auf „Golf von Amerika“ geändert hatte – in Übereinstimmung mit Trumps Exekutivbefehl.

Auf Plattformen wie Reddit gibt es zahlreiche Threads, in denen Nutzer andere dazu ermutigten, ihre Ablehnung der Namensänderung durch negative Bewertungen auszudrücken. Doch Google hat den Shitstorm schnell bereinigt – und jetzt können erst gar keine neuen Rezensionen mehr gepostet werden.

Auch die Funktion zur Bearbeitung von Ortsnamen wurde deaktiviert, vermutlich weil zu viele Nutzer vorgeschlagen haben, den Namen wieder in „Golf von Mexiko“ zurückzuändern.

Google hält sich an die Regeln – und sieht dabei aus, als würde es Trump nachgeben

Natürlich kann Google argumentieren, dass das alles nur eine Frage der Protokolle ist. Die Plattform bezieht ihre Ortsnamen aus dem Geographic Names Information System (GNIS). Als Trump mit einem Federstrich die Namensänderung durchsetzte, musste Google Maps sie übernehmen.

Und ja, eine negativen-Bewertungen-Flut ist ein kreativer Weg für Nutzer, ihre Meinung auszudrücken – aber Google schränkt regelmäßig die Möglichkeit ein, Rezensionen für Orte zu posten, die von einer plötzlichen Aktivitätswelle betroffen sind.

Am Ende ist es eben einfach Unternehmenspolitik. Und manchmal führt Unternehmenspolitik dazu, dass man aussieht, als würde man sich den Launen eines Autokraten beugen.

So ist das eben.

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