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Wissenschaft

Fühlst du dich an manchen Nächten anders? Vielleicht ist es kein Zufall

Hat der Mond wirklich Einfluss auf unseren Schlaf, unsere Stimmung oder sogar den Menstruationszyklus? Die Wissenschaft hat diese alte Überzeugung untersucht – und die Ergebnisse sind nicht so eindeutig, wie man vielleicht denkt. Erfahre, was aktuelle Studien über die rätselhafte Verbindung zwischen unserem Körper und dem natürlichen Satelliten verraten.
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Lesezeit 2 Minuten

Der Mond zwischen Mythos und Biologie

Seit Jahrhunderten gilt der Mond als Einflussfaktor auf menschliches Verhalten, Schlaf, Menstruation und sogar psychische Gesundheit. Aber was ist wirklich dran an diesen Volksglauben? Heute versucht die Wissenschaft, Licht in ein Phänomen zu bringen, das Tradition, Mythologie und Biologie miteinander vereint. Die Ergebnisse sind ebenso faszinierend wie unerwartet.

Was die Wissenschaft wirklich über Mond und Gesundheit weiß

Fühlst du dich an manchen Nächten anders? Vielleicht ist es kein Zufall
© Aleksandar Pasaric – Pexels

Obwohl der Vollmond oft mit einem Anstieg psychiatrischer Vorfälle in Verbindung gebracht wird, zeigt eine Studie im Fachmagazin Advances in Mind-Body Medicine, dass es keine signifikante Korrelation gibt. Die Analyse von Patientinnen und Patienten über 17 Jahren ergab keinen nachweisbaren Einfluss des Mondzyklus auf die psychische Gesundheit.

Daraus schließen viele Forschende, dass mögliche Effekte des Mondes zu subtil oder zu selten sind, um durch klassische statistische Methoden erfasst zu werden. Dennoch wird die Existenz solcher Einflüsse nicht vollständig ausgeschlossen – was Raum für zukünftige Erkenntnisse lässt.

Schlaf, Mond und Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Eine in Science Advances veröffentlichte Studie zeigt, dass Menschen in den Tagen vor dem Vollmond tendenziell später ins Bett gehen und kürzer schlafen – unabhängig davon, ob sie in ländlichen oder städtischen Gegenden leben. Das spricht dafür, dass der Einfluss des Mondes nicht nur auf künstliche Lichtquellen zurückzuführen ist.

Zudem ergab eine Untersuchung im Journal of Sleep Research deutliche Geschlechterunterschiede: Bei Frauen nahmen sowohl der REM-Schlaf als auch der Tiefschlaf um den Vollmond herum ab, während bei Männern der REM-Schlaf in derselben Phase zunahm.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Mondzyklus – auch wenn nur leicht – bestimmte biologische Rhythmen im Zusammenhang mit dem Schlaf beeinflussen kann.

Auch Menstruation und Herz könnten mit dem Mond verbunden sein

Das International Journal of Biometeorology berichtete, dass die gravitative Anziehungskraft des Mondes geringfügige Veränderungen im menschlichen Herz-Kreislauf-System auslösen kann. Das könnte erklären, warum manche Menschen bei Neumond oder Vollmond eine gesteigerte körperliche Leistungsfähigkeit wahrnehmen.

Eine weitere Studie, veröffentlicht im International Journal of Environmental Research and Public Health, analysierte Menstruationszyklen und Schlafqualität bei über 500 Frauen. Teilnehmerinnen, deren Periode bei Vollmond begann, berichteten über eine bessere Schlafqualität als jene, deren Zyklus bei Neumond startete.

Fazit: Hat der Mond Einfluss – oder nicht?

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© Matt Hardy – Pexels

Die meisten Studien kommen zu dem Schluss, dass der Mond zwar bestimmte Effekte auf den menschlichen Körper haben kann, diese jedoch weder stark noch regelmäßig genug sind, um die weit verbreiteten Mythen zu bestätigen. Wer also schlecht schläft oder Stimmungsschwankungen erlebt, sollte vielleicht eher nach innen als in den Himmel blicken.

Quelle: Meteored.

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