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Wissenschaft

Fireflys Blue Ghost Lander ist auf dem Mond gelandet – Was kommt als Nächstes?

Nach einer 45-tägigen Reise hat die Blue Ghost sanft auf der Mondoberfläche aufgesetzt. In den kommenden zwei Wochen wird der Lander ein uraltes Einschlaggebiet erkunden.
Von Passant Rabie Übersetzt von

Lesezeit 3 Minuten

Ein historischer Meilenstein für die kommerzielle Raumfahrt

Die erfolgreiche Landung von Firefly Aerospace markiert den Beginn einer neuen Ära: Regelmäßige kommerzielle Flüge zum Mond rücken näher und bereiten den Weg für eine langfristige menschliche Präsenz auf unserem kosmischen Nachbarn. Doch bevor wir zu weit in die Zukunft blicken, steht nun die laufende Mission im Fokus.

Die erste Mondmission des texanischen Unternehmens, passenderweise „Ghost Riders in the Sky“ genannt, landete am Sonntag um 3:34 Uhr ET sicher auf der Mondoberfläche. Blue Ghost wurde am 15. Januar vom Kennedy Space Center in Florida an Bord einer SpaceX Falcon 9 Rakete ins All gebracht. Damit ist Firefly Aerospace das zweite Unternehmen, das eine erfolgreiche Mondlandung durchgeführt hat – und das erste, dessen Lander dabei aufrecht stehen blieb (anders als Intuitive Machines‘ Odysseus-Lander, der im Februar 2024 umkippte).

„Firefly ist buchstäblich und im übertragenen Sinne über dem Mond“, erklärte Jason Kim, CEO von Firefly Aerospace. „Unser Blue Ghost Lander hat nun eine permanente Heimat auf der Mondoberfläche.“

Einblick in das Landegebiet

Blue Ghost landete in Mare Crisium, einem uralten Einschlagskrater, der einst von basaltischer Lava gefüllt war. Die Landung war präzise: Innerhalb des anvisierten 100-Meter-Ziels neben einer vulkanischen Struktur namens Mons Latreille. Direkt nach dem Touchdown konnte Firefly erfolgreich mit dem Lander kommunizieren.

Nun beginnt die Hauptmission: Für eine volle Mond-Tageslänge – das entspricht etwa 14 Erdentagen – wird der stationäre Lander die staubige Mondoberfläche erkunden. Blue Ghost ist mit zehn NASA-Instrumenten ausgestattet, die wichtige Daten zur Vorbereitung künftiger bemannter Mondmissionen sammeln. Diese Instrumente sollen Tests zur Bohrung des Monduntergrunds, die Sammlung von Regolith-Proben, ein globales Navigationssatellitensystem und Methoden zur Staubreduzierung durchführen.

„Die Wissenschaft und Technologie, die wir jetzt zum Mond schicken, bereitet den Weg für zukünftige NASA-Expeditionen und eine langfristige menschliche Präsenz vor“, erklärte Nicky Fox, stellvertretende NASA-Administratorin für Wissenschaft. „Wir arbeiten mit amerikanischen Unternehmen zusammen, um eine wachsende Mondwirtschaft zu unterstützen.“

Spannende Highlights der Mission

Firefly Aerospace

Neben den NASA-Experimenten hat Blue Ghost auch eigene Missionen auf der Agenda. Geplant sind unter anderem:

  • Bohrungen im Monduntergrund
  • Probensammlungen
  • Röntgenaufnahmen
  • Staubexperimente

Ein besonderes Ereignis steht am 14. März an: Blue Ghost wird versuchen, eine totale Sonnenfinsternis aus der Perspektive des Mondes in hochauflösenden Bildern festzuhalten. Dabei schiebt sich die Erde zwischen die Sonne und den Mond und blockiert das Sonnenlicht am Horizont.

Zwei Tage später soll Blue Ghost einen Sonnenuntergang auf der Mondoberfläche filmen und Daten darüber sammeln, wie sich Mondstaub durch die Sonnenstrahlung in der Dämmerung hebt. Nach Sonnenuntergang wird der Lander weiterhin Bilder aufnehmen, um zu beobachten, wie sich das Staubverhalten in der Dunkelheit verändert.

Ein Wettlauf zum Mond – Weitere Landungen stehen bevor

Erstmals in der Geschichte befinden sich gleich zwei weitere private Mondlander auf dem Weg zum Erdtrabanten. Der japanische „Resilience“-Lander von ispace, der gemeinsam mit Blue Ghost auf der SpaceX-Rakete gestartet wurde, absolvierte am 15. Februar einen Vorbeiflug am Mond und bereitet sich auf eine Landung im April vor.

Zusätzlich startete am 26. Februar der „Athena“-Lander von Intuitive Machines und soll am 6. März auf der Mondoberfläche aufsetzen.

Die private Raumfahrtindustrie nimmt also zunehmend Fahrt auf – und mit ihr die Rückkehr der Menschheit zum Mond. Fireflys Blue Ghost ist dabei nur der Anfang. Die nächsten Wochen werden zeigen, welche neuen Erkenntnisse diese Mission liefern kann.

 

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