Fireflys Blue-Ghost-Lander verabschiedete sich sanft in die dunkle Mondnacht, nachdem er einen ganzen Mondtag lang Daten sammelte und zur Erde sendete. Die Mission war die erste kommerzielle Lieferung des Unternehmens auf den Mond – und ein voller Erfolg.
Am Sonntag um 19:15 Uhr ET sendete Blue Ghost sein letztes Signal und beendete damit die längste private Mondmission aller Zeiten. Die Landefähre war am 2. März sicher in einem alten Einschlagskrater namens Mare Crisium aufgesetzt. Nach der perfekten Landung machte sich Blue Ghost sofort an die Arbeit und betrieb 14 Tage lang verschiedene wissenschaftliche Instrumente, setzte Nutzlasten aus und übermittelte mehr als 119 Gigabyte an Daten zur Erde. Länger konnte die Mission nicht dauern, da Blue Ghost nicht für die eisige Mondnacht ausgelegt ist.
„Eine Mondlandung ist nie einfach, vor allem nicht beim ersten Versuch“, erklärte Will Coogan, Chefingenieur der Blue-Ghost-Mission bei Firefly Aerospace, in einer Pressemitteilung. „Wir haben jedes System an Bord auf Herz und Nieren geprüft und jede erdenkliche Missionssituation simuliert, um diesen Erfolg zu ermöglichen.“
Ein Meilenstein für Firefly und die NASA
Firefly Aerospace startete die Mondmission unter dem Namen „Ghost Riders in the Sky“ als Teil des NASA-Programms Commercial Lunar Payload Services (CLPS). Die Landefähre transportierte zehn NASA-Instrumente zur Erforschung der Mondoberfläche und zur Vorbereitung künftiger bemannter Missionen.
Zu den wichtigsten Erkenntnissen aus der Mission gehörten Tests zur Navigation mit GPS-ähnlichen Signalen für künftige Mondlandungen, Untersuchungen der Auswirkungen von Raketentriebwerken auf die Mondoberfläche sowie der Einsatz eines elektrodynamischen Staubschilds zur Reinigung von Glas- und Kühlflächen von Mondstaub.
Aber nicht nur wissenschaftliche Experimente standen auf dem Plan. Firefly nutzte die Mission auch für spektakuläre Aufnahmen aus dem All: Am 14. März fing Blue Ghost eine totale Sonnenfinsternis vom Mond aus ein, während die Erde gleichzeitig eine totale Mondfinsternis erlebte. Zwei Tage später nahm die Landefähre einen atemberaubenden Monduntergang auf, bei dem die Erde am Horizont erschien.
Das nächste Ziel: Jedes Jahr eine neue Mondmission
Nach Sonnenuntergang auf dem Mond arbeitete Blue Ghost noch rund fünf Stunden weiter, bevor er sich endgültig von seinem Missionsteam verabschiedete. Firefly erklärte stolz, dass alle Missionsziele zu 100 Prozent erreicht wurden. Jetzt plant das Unternehmen bereits die nächste Mission: Blue Ghost 2 soll auf der Rückseite des Mondes landen.
Mit dieser ersten erfolgreichen Mission ist Firefly das zweite Unternehmen, dem eine Mondlandung gelungen ist. Der erste private Anbieter war Intuitive Machines, das im Februar 2024 mit der Landefähre Odysseus auf dem Mond aufsetzte – allerdings kippte das Gefährt dabei auf die Seite. Auch die zweite Mission von Intuitive Machines erlitt das gleiche Schicksal und wurde kurz nach der Landung am 6. März für gescheitert erklärt.
Firefly hingegen hat sich mit seiner ersten Mission als ernstzunehmender Akteur in der kommerziellen Raumfahrt etabliert. Die Zukunft sieht vielversprechend aus: Wenn alles nach Plan läuft, wird Firefly jedes Jahr eine neue Mondlandefähre ins All schicken – und damit die Erforschung des Mondes auf ein neues Level heben.