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Eric Schmidt: Der neue Elon Musk? Ex-Google-Chef steigt ins Raketenbusiness ein

Raketen sind der Weg zur Macht, Baby.
Von Lucas Ropek Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Der neueste Milliardär, der sich für die Raumfahrtindustrie begeistert, ist kein Geringerer als der ehemalige Google-CEO Eric Schmidt. Der Tech-Magnat hat sich bei dem bislang eher unauffälligen Raketen-Startup Relativity Space eingekauft – und das gleich mit einem ordentlichen Paukenschlag.

Am Montag verkündete Schmidt bei einem internen Meeting, dass er eine „serhebliche Investition“ in das Unternehmen getätigt und eine „kontrollierende Beteiligung“ übernommen habe, wie die New York Times berichtet. Doch damit nicht genug: Er wird auch die Rolle des CEO übernehmen. Wie viel Geld er genau in Relativity Space gesteckt hat, ist nicht öffentlich bekannt.

Der bisherige CEO und Mitbegründer Tim Ellis verkündete am selben Tag seinen Rücktritt als Firmenchef. „Heute beginnt ein neues Kapitel: Eric Schmidt @ericschmidt wird CEO von Relativity, während er gleichzeitig als bedeutender Investor auftritt“, schrieb Ellis auf X. „Es gibt niemanden, der entschlossener oder leidenschaftlicher ist, diesen Traum voranzutreiben. Wir haben eng zusammengearbeitet, um eine reibungslose Übergabe zu gewährleisten, und ich werde das Team weiterhin als Mitbegründer und Vorstandsmitglied unterstützen.“

Schmidt tritt in ein exklusives Milliardär-Clubhouse ein

Schmidt gesellt sich damit zu einer elitären Runde von Superreichen, die sich der Raumfahrt verschrieben haben. Die großen Namen: Jeff Bezos mit Blue Origin, der William Shatner ins All beforderte, und natürlich Elon Musk mit SpaceX, der die Kolonisierung des Mars propagiert – wenn er nicht gerade Chaos in der US-Regierung stiftet.

Apropos Mars: Auch Relativity Space hat den roten Planeten im Visier. Laut der New York Times verfolgt das Unternehmen „ein langfristiges Ziel, eine industrielle Basis auf dem Mars zu schaffen“ – was auch immer das konkret bedeuten mag.

Auf der Firmenwebsite beschreibt sich Relativity Space als „das nächste große kommerzielle Raketenunternehmen“. „Die Nachfrage nach Weltrauminfrastruktur wächst stetig, während das Angebot an Startdiensten hinterherhinkt“, heißt es dort. „Unsere wiederverwendbaren Raketen können diese Lücke schließen, indem sie die richtige Nutzlastkapazität zu den passenden Kosten bieten.“

Finanzielle Turbulenzen und ein neuer Kapitän am Steuer

Bevor Schmidt an Bord kam, hatte Relativity Space laut der New York Times finanzielle Schwierigkeiten. Aufgrund technischer Probleme fiel es dem Unternehmen schwer, neue Investoren zu finden.

Schmidt selbst hat Google bereits 2011 verlassen, also vor rund 15 Jahren. Seitdem hat er sich in verschiedenen Bereichen ausprobiert: Er saß in Vorständen renommierter Universitäten, engagierte sich in Projekten des US-Verteidigungsministeriums und mischte in diversen Tech-Startups mit.

In den letzten Jahren hat er sich verstärkt auf künstliche Intelligenz konzentriert. Er schrieb gemeinsam mit Henry Kissinger ein Buch über das Thema, besitzt das KI-Unternehmen White Stork – das autonome Kampfdrohnen entwickelt, die laut Schmidt die Ukraine im Krieg gegen Russland unterstützen sollen – und beeinflusst aktiv die US-Politik in Sachen KI.

Kurz gesagt: Schmidt setzt auf die zwei Themen, die aktuell den größten Einfluss versprechen – KI und Raumfahrt. Allerdings ist seine neue Rolle bei Relativity Space das erste Mal seit Google, dass er sich wieder als operativer CEO an die Spitze eines Unternehmens setzt. Heißt: Es gibt einen weiteren Milliardär, um den man sich Gedanken machen muss.

 

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