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Elon Musks neuester Coup: Seine KI-Firma xAI kauft X – also auch von ihm selbst

Elon Musk hat mal wieder für Schlagzeilen gesorgt – diesmal mit einem Deal, bei dem er im Grunde genommen von sich selbst kauft.
Von Matt Novak Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Am Freitag verkündete Musk, dass seine KI-Firma xAI die Social-Media-Plattform X (früher Twitter) übernimmt – in einem Aktiendeal, der ganz im Zeichen von Elon Musk steht. Laut CNBC wird xAI dabei mit 80 Milliarden Dollar bewertet, X mit 33 Milliarden Dollar – abzüglich 12 Milliarden Schulden.

„xAI hat X in einer reinen Aktientransaktion übernommen. Die Bewertung liegt bei 80 Milliarden für xAI und 33 Milliarden für X“, twitterte Musk am Freitagabend.

Zur Erinnerung: Musk hatte Twitter im Oktober 2022 für rund 44 Milliarden Dollar gekauft und die Plattform wenig später in X umbenannt. Nur fünf Monate danach gründete er xAI – ein Unternehmen mit Fokus auf Künstliche Intelligenz. In seinem Ankündigungstweet bezeichnete Musk X als die „Echtzeit-Quelle der Wahrheit“ für weltweit 600 Millionen aktive Nutzer.

Eine toxische Plattform auf Talfahrt

So heroisch sich das auch liest – die Realität sieht etwas anders aus. Seit Musk Twitter übernommen hat, hat sich die Plattform massiv verändert: Extrem rechte Inhalte, Verschwörungstheorien und sogar Neonazis erleben dort ein fragwürdiges Comeback. Ehemals gebannte Accounts wie die von Nick Fuentes oder Alex Jones wurden wieder freigeschaltet. Jones wurde 2018 wegen Hetze gesperrt – Musk hatte zunächst ausgeschlossen, ihn zurückzuholen, es sich dann aber doch anders überlegt.

Die Marke X hat sich für viele Nutzer als toxisch erwiesen – und das zeigt sich auch an den Zahlen: Nach der US-Präsidentschaftswahl 2024 ist der Traffic auf X eingebrochen, wie Berichte nahelegen. Kein Wunder also, dass Musk nun auf die Fusion seiner beiden Projekte setzt, um frischen Schwung reinzubringen.

Zwei Firmen, ein Ziel – zumindest laut Musk

„Die Zukunft von xAI und X ist eng miteinander verflochten“, so Musk in seinem Tweet. „Heute machen wir offiziell den Schritt, Daten, Modelle, Rechenpower, Verbreitung und Talente zu vereinen. Diese Kombination wird enormes Potenzial freisetzen.“

Musk betont dabei immer wieder das Thema Wahrheit – ein Begriff, der allerdings reichlich ironisch wirkt, wenn man sich seine häufigen Falschbehauptungen ansieht. Erst gestern kündigte er großspurig an, Menschen mit Sozialhilfe mehr Geld zu geben – etwas, worauf er absolut keinen Einfluss hat.

„Das kombinierte Unternehmen wird intelligentere, bedeutungsvollere Erlebnisse für Milliarden von Menschen liefern und dabei unserer Kernmission treu bleiben: der Suche nach Wahrheit und dem Fortschritt von Wissen“, so Musk weiter. „Wir bauen eine Plattform, die nicht nur die Welt widerspiegelt, sondern aktiv den menschlichen Fortschritt beschleunigt.“

Musk feiert sich selbst – mal wieder

Zum Abschluss seiner Ankündigung bedankte sich Musk wie gewohnt überschwänglich – mit einem seiner Lieblingswörter: „hardcore“.

„Ich möchte die hardcore-Hingabe aller bei xAI und X würdigen, die uns bis hierher gebracht haben. Das ist erst der Anfang. Danke für eure anhaltende Partnerschaft und Unterstützung.“

Unterm Strich bleibt ein Deal, der vor allem Elon Musk selbst nutzt. Zwei seiner Unternehmen fusionieren, beide wurden von ihm gegründet, beide kontrolliert er – und beide könnten nun gemeinsam das werden, was sie getrennt bisher nicht geschafft haben: relevant bleiben.

Ob das am Ende wirklich funktioniert, bleibt abzuwarten. Doch eines steht fest: Wenn Musk etwas kann, dann ist es, sich selbst zur Marke zu machen – und die Welt dabei zum Zuschauen zu bringen.

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