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Elon Musk bietet 97,4 Milliarden Dollar für OpenAI: Kampf um die Zukunft der KI?

Milliardär will OpenAI wieder zu einer "sicherheitsorientierten Kraft für das Gute" machen
Von Matt Novak Übersetzt von

Lesezeit 3 Minuten

Elon Musk und eine Gruppe von Investoren haben ein unerwartetes Angebot über 97,4 Milliarden US-Dollar für eine Mehrheitsbeteiligung an OpenAI abgegeben, berichtet das Wall Street Journal.

Musk selbst sowie sein Anwalt reagierten am Montag nicht sofort auf Anfragen von Gizmodo, erklärten aber gegenüber dem Wall Street Journal: „Es ist an der Zeit, dass OpenAI zurückkehrt zu einer Open-Source- und sicherheitsfokussierten Kraft für das Gute. Wir werden dafür sorgen, dass das passiert.“

Dieses Angebot könnte OpenAI-CEO Sam Altman vor große Probleme stellen, da er plant, das Unternehmen vollständig in eine gewinnorientierte Struktur zu überführen. Dass Musk und Altman keine Freunde mehr sind, ist längst bekannt. Die beiden gründeten OpenAI 2015 gemeinsam, doch 2019 wurde Musk aus dem Unternehmen gedrängt, nachdem er versucht haben soll, die Kontrolle zu übernehmen. Seitdem befinden sie sich in einem erbitterten Rechtsstreit, der immer wieder öffentlich eskaliert.

OpenAI: Vom Non-Profit zum Milliarden-Imperium

OpenAI wurde ursprünglich als gemeinnützige Organisation gegründet, doch unter Altman entstand 2019 eine gewinnorientierte Tochtergesellschaft, um Investitionen von Unternehmen wie Microsoft anzuziehen. Musk behauptet nun, dass die geplante vollständige Umwandlung in ein gewinnorientiertes Unternehmen ein klarer Bruch mit der ursprünglichen Mission sei. OpenAI kontert diese Vorwürfe jedoch mit internen E-Mails, die belegen sollen, dass Musk selbst kein Problem mit einer Abkehr vom Non-Profit-Status hatte, bevor er OpenAI verließ.

OpenAI plant, bis spätestens Ende 2026 den Übergang in eine rein profitorientierte Struktur abzuschließen. Wie sich Musks Angebot auf diesen Plan auswirkt, bleibt jedoch unklar.

Musk setzt auf xAI und mächtige Investoren

Das Angebot für OpenAI wird von Musks eigenem KI-Unternehmen xAI aus Nevada unterstützt. Sollte sein Kaufangebot erfolgreich sein, könnten die beiden Unternehmen fusionieren, berichtet das Wall Street Journal. Interessanterweise fehlt in Musks Statement jedoch eine klare Aussage dazu, ob OpenAI weiterhin eine Non-Profit-Organisation bleiben würde.

Unterstützt wird Musks Angebot von einflussreichen Investoren, darunter Valor Equity Partners, Baron Capital, Atreides Management und Vy Capital. Auch 8VC, ein von Palantir-Mitgründer Joe Lonsdale kontrollierter Risikokapitalfonds, ist beteiligt. Zudem soll Ari Emanuel, Bruder des ehemaligen demokratischen Spitzenpolitikers Rahm Emanuel, involviert sein.

Musk vs. Altman: Machtkampf um die KI-Zukunft

Musk ist mittlerweile eine der mächtigsten Figuren in den USA, vor allem nach seiner Unterstützung für Donald Trumps Wahlsieg im November. Altman hingegen sichert sich eigene politische und wirtschaftliche Verbündete. Der OpenAI-CEO war am 21. Januar, einen Tag nach Trumps Amtseintritt, im Weißen Haus zu Gast, um die Gründung von „Project Stargate“ zu verkünden – eine milliardenschwere Infrastrukturinitiative, die KI-Rechenzentren und andere notwendige Technologien finanzieren soll.

Was passiert jetzt?

OpenAI hat sich bislang nicht offiziell zu Musks Angebot geäußert, doch es ist kaum vorstellbar, dass das Unternehmen begeistert ist. Die große Frage ist nun, ob der OpenAI-Vorstand das Angebot einfach ablehnen kann oder ob er gezwungen sein wird, es ernsthaft zu prüfen. Laut Wall Street Journal ist Musks Anwalt bereit, jedes konkurrierende Angebot zu überbieten.

Noch ist nicht klar, wer sonst Interesse an OpenAI haben könnte, doch sicher ist: Musk wird nicht der Einzige sein, der das wertvollste KI-Unternehmen der Welt in seine Hände bekommen will.

Kurz nachdem die Wall Street Journal-Meldung veröffentlicht wurde, reagierte Altman mit einem augenzwinkernden Tweet: „Nein, danke, aber wir würden Twitter für 9,74 Milliarden kaufen, wenn du willst.“

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