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Wissenschaft

Eines der größten und schädlichsten Nagetiere der Welt steht vor den Toren Europas: Eine drohende Gefahr?

Es ist weder ein Biber noch eine Ratte – doch es breitet sich unaufhaltsam aus. Eine der invasivsten und zerstörerischsten Arten der Welt hat den Riu Congost erreicht, und ihre weitere Ausbreitung scheint unvermeidlich. Ihr Einfluss auf Ökosysteme ist alarmierend, und ihre vollständige Ausrottung nahezu unmöglich. Wie weit wird sie sich ausbreiten, und welche Folgen hat das für Europas Biodiversität?
Von Martín Nicolás Parolari Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Auf den ersten Blick mag es harmlos erscheinen, doch seine Ankunft versetzt Experten in Alarmbereitschaft. Vom südamerikanischen Kontinent bis nach Katalonien hat sich das Nutria (Myocastor coypus) zu einer der problematischsten invasiven Arten der Welt entwickelt. Mit einer enormen Fortpflanzungsrate und einem Fressverhalten, das Feuchtgebiete verwüstet, hat dieses riesige Nagetier bereits das Stadtgebiet von Barcelona erreicht. Doch die große Frage ist: Wird es sich hier aufhalten – oder unkontrolliert weiter ausbreiten?

Ein unerwarteter Gast, der gekommen ist, um zu bleiben

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© Pinterest.

Das Nutria ist kein Neuling in Spanien. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es für die Pelzindustrie eingeführt, doch Fluchten aus Farmen markierten den Beginn seiner unkontrollierten Verbreitung. Obwohl es bereits seit den 1970er Jahren in Spanien vorkommt, war das Jahr 2000 ein Wendepunkt – denn damals breiteten sich aus Frankreich eingewanderte Tiere massiv in Katalonien aus.

Heute ist seine Präsenz weit mehr als nur eine Randnotiz. Die jüngste Sichtung im Riu Congost bedeutet, dass es nur noch einen Schritt vom Großraum Barcelona entfernt ist. Und eines zeichnet dieses Tier besonders aus: seine außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit. In einem milden Klima mit ausreichender Nahrung scheint seine Expansion unstoppable.

Welche Gefahr stellt das Nutria dar?

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© EXOCAT.

Auf den ersten Blick könnte es wie ein weiteres Nagetier wirken, doch sein Einfluss auf Ökosysteme ist verheerend.

🔹 Es zerstört Feuchtgebiete und landwirtschaftliche Flächen, indem es Pflanzen bis zu den Wurzeln abfrisst.
🔹 Es konkurriert mit einheimischen Arten um Ressourcen, was deren Existenz bedroht.
🔹 Seine Tunnel- und Grabaktivitäten destabilisieren Uferböschungen und Dämme, was das Hochwasserrisiko erhöht.

Aus diesen Gründen hat die Weltnaturschutzunion (IUCN) das Nutria in die Liste der 100 invasivsten Arten der Welt aufgenommen. Überall dort, wo es auftaucht, verändert sich das ökologische Gleichgewicht radikal – mit dramatischen Folgen für Flora und Fauna.

Barcelona – nur der Anfang

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© Henri Sivonen / Exocat.

Experten sind sich einig: Die Ankunft des Nutria in Barcelona ist erst der Anfang seiner Ausbreitung. Seine enorme Fortpflanzungsrate und das Fehlen natürlicher Feinde in der Region lassen es höchstwahrscheinlich weiter in Richtung der katalanischen Küste und der Comunidad Valenciana vordringen.

Der Forscher Marc Riera vom Centre de Recerca Ecològica i Aplicacions Forestals (CREAF) warnt: „Sobald eine exotische Art invasiv wird, ist ihre vollständige Ausrottung praktisch unmöglich.“

Doch das Nutria ist nicht das einzige Problem. In einer Welt, in der invasive Arten immer häufiger auftauchen, steht Spanien möglicherweise am Beginn einer schwer umkehrbaren ökologischen Krise.

Ist es zu spät, um die Ausbreitung zu stoppen?

Das Nutria ist bereits da – und alles deutet darauf hin, dass es sich weiter ausbreiten wird. Die große Frage ist nun: Werden rechtzeitig wirksame Maßnahmen ergriffen, um seine Expansion zu bremsen? Oder wird es, wie in anderen Ländern, zu einem permanenten Problem?

Barcelona könnte nur eine weitere Etappe auf seiner Reise sein. Die Frage ist nicht mehr, ob es weiter vordringt – sondern wie groß der Schaden sein wird, den es dabei hinterlässt.

[Quelle: EXOCAT]

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