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Eine unter dem Eis verborgene Basis: Der überraschende Fund der NASA in Grönland

Wissenschaftler der NASA haben eine gigantische US-Militärbasis entdeckt, die 30 Meter unter dem Eis von Grönland begraben liegt. Diese während des Kalten Krieges für nukleare Tests gebaute Einrichtung könnte in Zukunft ein Risiko darstellen, wenn das Schmelzen des Eises sie freilegt.
Von Martín Nicolás Parolari Übersetzt von

Lesezeit 3 Minuten

Unerwartete Entdeckung unter dem Eis

Was als routinemäßige Untersuchung der Eisschichten Grönlands begann, führte zu einem unerwarteten Fund: einer vergessenen US-Militärbasis unter dem Schnee. Wissenschaftler des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA, die in der Region Radarmessungen durchführten, entdeckten eine riesige Struktur, die in mehreren Metern Tiefe versteckt war.

Camp Century: Geheime Militärbasis

Es handelt sich um Camp Century, eine geheime Einrichtung, die 1959 vom US-Armee gebaut und 1967 aufgegeben wurde. Ihr ursprünglicher Zweck ging weit über die Forschung in der Arktis hinaus: Sie war ein Schlüsselexperiment zur Entwicklung nuklearer Strategien während des Kalten Krieges.

Wie diese geheime Basis entdeckt wurde

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© Chad A. Greene.

Die Entdeckung stellte sich im April heraus, als ein NASA-Team mit einem Gulfstream III-Flugzeug über Grönland flog, das mit dem UAVSAR-System ausgestattet war, einem hochpräzisen Radar, das für die Analyse von Eisschichten konzipiert wurde.

Alex Gardner, ein Wissenschaftler für Kryosphäre des JPL, erklärte, dass sie nicht erwarteten, eine Struktur in der Gegend zu finden. „Zunächst wussten wir nicht, was es war. Auf den Radarbildern erschien das, was wie ein riesiges Bauwerk aussah, tief in der gefrorenen Landschaft“, berichtete er.

Die gewonnenen Bilder ermöglichten eine klare Identifizierung des unterirdischen Komplexes, dessen Dimensionen und Anordnung mit den historischen Karten von Camp Century übereinstimmten. Im Gegensatz zu früheren Funden in Grönland konnten die einzelnen Strukturen der Basis diesmal mit einer beispiellosen Klarheit erkannt werden.

Camp Century: Die Stadt unter dem Eis

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© Nature.

Camp Century war als experimentelle Einrichtung in der Arktis konzipiert und wurde 1959 vom US-Armeekorps der Ingenieure erbaut. Die Basis verfügte über ein umfangreiches Tunnelsystem von 1,2 km Länge, das Folgendes beherbergte:

  • Unterkünfte für 200 Personen
  • Ein Krankenhaus
  • Labore
  • Eine Kapelle
  • Bibliothek und Freizeiträume

Eines der innovativsten Merkmale war der Einsatz des PM-2A, des ersten tragbaren Kernreaktors der Welt, der es ermöglichte, unter extremen Bedingungen Energie zu erzeugen. Die Basis wurde jedoch 1967 aufgrund der instabilen Eisverhältnisse in der Region aufgegeben. Seitdem blieb sie unter dem Schnee verborgen, bis jetzt.

Ein Risiko für die Zukunft?

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© Nature.

Obwohl die Überreste von Camp Century derzeit in großer Tiefe liegen, warnen Experten, dass der Klimawandel und das Schmelzen des Eises dazu führen könnten, dass sie in Zukunft wieder freigelegt werden.

Eine der größten Ängste ist, dass die Basis chemische, biologische und radioaktive Abfälle beherbergte, die beim Schließen vergraben wurden. Sollte die globale Erwärmung das Schmelzen des Eises in Grönland beschleunigen, könnten diese Schadstoffe in die Umwelt freigesetzt werden, mit unvorhersehbaren Folgen.

Laut Chad Greene, einem weiteren Wissenschaftler des JPL, der an der Untersuchung beteiligt war, ist es entscheidend, die Dicke und Dynamik des Eises in diesem Gebiet zu verstehen, um den Anstieg des Meeresspiegels und die Risiken, die solche Strukturen darstellen könnten, vorherzusagen.

Die Geheimnisse der Arktis

Der Fund von Camp Century zeigt, wie technologische Fortschritte es ermöglichen, verborgene Geheimnisse der Vergangenheit unter dem Eis zu entdecken. Mit der Weiterentwicklung der Luft-Radartechnologie ist es wahrscheinlich, dass weitere vergessene Strukturen in den Polarregionen entdeckt werden.

Doch die größte Herausforderung besteht nicht nur darin, diese Relikte des Kalten Krieges zu studieren, sondern sich auch auf die möglichen Folgen ihres Wiederauftauchens vorzubereiten. Mit dem Schmelzen, das in einem beispiellosen Tempo voranschreitet, könnte die Arktis weiterhin Spuren ihrer Geschichte enthüllen, die bis jetzt in der Zeit eingefroren waren.

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