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Wissenschaft

Eine unbekannte Spezies taucht in den Bergen Chinas auf: Was verbirgt dieses gefährliche wirbellose Tier?

In den Höhen von Yunnan haben Wissenschaftler eine noch nie zuvor dokumentierte Schlange entdeckt. Ihr nachtaktives Verhalten und ihr mögliches Gift machen sie zu einer faszinierenden Entdeckung. Welche Geheimnisse birgt dieses Reptil, das bisher unentdeckt geblieben ist?
Von Martín Nicolás Parolari Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Die Provinz Yunnan im Süden Chinas ist für ihre beeindruckende Biodiversität bekannt. Doch selbst in ihren am besten erforschten Regionen gibt es noch Überraschungen. Während jüngster nächtlicher Expeditionen stieß ein Forscherteam auf vier Exemplare einer unbekannten Schlangenart – und bestätigte damit die Entdeckung einer völlig neuen Spezies.

Diese Grubenotter, die den Namen Ovophis zhaoermii erhalten hat, ist ein Schattenjäger, der eine entscheidende Rolle im Ökosystem der Bergregion spielen könnte.

Eine Entdeckung im Nebel der Berge

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© iStock.

Der Fund wurde in der Provinziellen Naturreservat Yuanyang Guanyinshan gemacht, das auf über 2.400 Metern über dem Meeresspiegel liegt – nahe der Grenze zu Vietnam und Laos. Diese Region zeichnet sich durch ihr feuchtes Klima und ihre dichten Wälder aus, eine ideale Umgebung für Arten, die sich in relativer Isolation entwickelt haben.

Um die Fauna des Schutzgebiets zu dokumentieren, führten Wissenschaftler zwischen 2023 und 2024 mehrere Expeditionen durch. Während einer dieser nächtlichen Erkundungen stießen sie auf vier Schlangen, deren Merkmale mit keiner bislang bekannten Art übereinstimmten.

Nach einer detaillierten Analyse bestätigten die Experten, dass es sich um ein völlig neues Reptil handelt. Die Art wurde zu Ehren des chinesischen Reptilienforschers Professor Ermi Zhao Ovophis zhaoermii benannt.

Einzigartige Merkmale der neuen Grubenotter

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© Liu, Hou, Mo, M. Li, B. Li, Luo, Rao & S. Li, 2025.

Ovophis zhaoermii besitzt einen schlanken, langgestreckten Körper, der eine Länge von über 60 cm erreichen kann. Ihr kopf hat eine birnenförmige Struktur und ist mit einem schwarzen Netzmuster verziert, das ihr ein unverwechselbares Erscheinungsbild verleiht.

Ihre Hautfarbe variiert von dunkelbraun bis zu helleren Tönen, mit unregelmäßigen schwarzen Flecken entlang ihres Rückens. Ihr Schwanz ist klein und weist eine Reihe weißer Markierungen auf.

Die analysierten Exemplare zeigten leichte Farbabweichungen, was darauf hindeuten könnte, dass es Geschlechtsunterschiede gibt oder dass sich die Farbe je nach Umgebung ändert.

Ein nachtaktiver Jäger mit möglichem Gift

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© Liu, Hou, Mo, M. Li, B. Li, Luo, Rao & S. Li, 2025.

Wie andere Grubenottern gilt auch Ovophis zhaoermii als potenziell giftig. Die genaue Stärke ihres Giftes ist jedoch noch nicht bestimmt worden.

Die Schlange wurde am Boden nahe von Bächen gefunden, was darauf hindeutet, dass sie in feuchten Umgebungen jagt.

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© Liu, Hou, Mo, M. Li, B. Li, Luo, Rao & S. Li, 2025.

Ihr Beutespektrum besteht vermutlich aus Fröschen und kleinen Tieren, die in diesem Reservat leben. Als nachtaktiver Jäger könnte sie ihr Gift nutzen, um ihre Beute zu lähmen, bevor sie sie verschlingt.

Eine isolierte Entdeckung oder der Beginn von etwas Größerem?

Bisher wurde Ovophis zhaoermii nur in diesem Naturschutzgebiet identifiziert. Dies wirft Fragen über ihre Verbreitung und Populationsgröße auf.

  • Ist sie eine endemische Art, die auf ein sehr begrenztes Gebiet beschränkt ist?
  • Oder könnte sie auch in anderen unentdeckten Regionen vorkommen?

Die Wissenschaftler planen, ihre Forschung fortzusetzen, um die ökologische Rolle dieser Art zu bestimmen und herauszufinden, ob ihr Gift für den Menschen gefährlich ist.

Dieser außergewöhnliche Fund bestätigt, dass die Berge Chinas weiterhin ein Rückzugsort für unbekannte Spezies sind – bereit, von der Wissenschaft entdeckt zu werden.

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