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Wissenschaft

Eine spektakuläre Entdeckung in Dänemark verblüfft Archäologen: Das neue Stonehenge?

Ein kürzlich entdecktes prähistorisches Monument in einer kleinen dänischen Stadt könnte unsere Sicht auf die alten Zivilisationen Europas verändern. Die archäologischen Funde deuten auf eine unerwartete Verbindung zu einem der rätselhaftesten Monumente der Geschichte hin.
Von Lucas Handley Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

In der Stadt Aars, im Nordwesten Dänemarks, haben Archäologen eine Struktur ausgegraben, die unser Verständnis der Verbindungen zwischen den frühen europäischen Kulturen neu definieren könnte. Es handelt sich um einen rund 4.000 Jahre alten Holzkreis, der große Ähnlichkeiten mit Stonehenge aufweist – einem der berühmtesten prähistorischen Monumente im Vereinigten Königreich.

Die Entdeckung wurde während der Bauarbeiten für eine Wohnanlage gemacht. Was zunächst wie eine gewöhnliche prähistorische Struktur erschien, erwies sich als weit größer und bedeutender: 45 Holzpfosten, angeordnet in einem Kreis mit einem Durchmesser von 30 Metern, wobei jeder Pfosten zwei Meter voneinander entfernt steht.

Ein einzigartiger Fund

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© Youtube

Laut Sidsel Wahlin, Konservatorin des Vesthimmerland-Museums, handelt es sich um eine „einmalige Entdeckung im Leben“, die eine mögliche Verbindung zu den britischen Henge-Bauten nahelegt.

In Dänemark wurden bereits andere hölzerne Kreise entdeckt, insbesondere auf der Insel Bornholm, die oft mit Sonnenkulten in Verbindung gebracht werden. Doch der Kreis von Aars zeichnet sich durch seine Größe und seinen außergewöhnlich guten Erhaltungszustand aus, der eine detaillierte Untersuchung ermöglicht.

Die Existenz ähnlicher Strukturen an verschiedenen Orten Europas könnte darauf hindeuten, dass prähistorische Kulturen miteinander in Kontakt standen – ein Aspekt, der bislang nicht in diesem Ausmaß berücksichtigt wurde. Archäologen hoffen, dass die neue Entdeckung Hinweise darauf liefert, wie diese Gesellschaften organisiert waren und Wissen miteinander teilten.

Auf der Suche nach Antworten

Ein zentrales Ziel der Forscher ist es nun, herauszufinden, ob die Struktur in Aars – ähnlich wie Stonehenge – einen inneren Kreis besaß. Zudem werden umfassende Materialanalysen durchgeführt, um das genaue Alter der Anlage zu bestimmen.

Noch vor der Entdeckung des Holzkreises hatten Archäologen an derselben Stätte eine Siedlung aus der Frühen Bronzezeit (1700–1500 v. Chr.) identifiziert, darunter das Grab eines Stammesführers und ein Bronzeschwert. Dies deutet darauf hin, dass der Ort über viele Generationen hinweg von großer Bedeutung war.

Laufende Untersuchungen

Das Archäologenteam hat eine detaillierte Analyse begonnen, um mögliche rituelle Opfergaben zu identifizieren. Zu den erhofften Funden gehören Feuersteinpfeilspitzen und Dolche – typische Objekte, die in Zeremonien und Opferungen verwendet wurden. Diese könnten dazu beitragen, die tatsächliche Funktion des Holzkreises zu entschlüsseln und seine Verbindung zu anderen prähistorischen Stätten besser zu verstehen.

Wahlin und ihr Team suchen zudem nach Beweisen für kulturelle Einflüsse aus anderen Regionen Europas. Erste Analysen von Keramiken und Bestattungsstrukturen deuten auf externe Einflüsse hin – was darauf schließen lässt, dass es engere kulturelle Verbindungen zwischen den damaligen Gesellschaften gab als bisher angenommen.

Historische Bedeutung der Entdeckung

Dieser Fund könnte unser Verständnis der prähistorischen Zivilisationen Nordeuropas grundlegend verändern. Obwohl eine direkte Verbindung zu Stonehenge noch nicht bewiesen ist, sind die architektonischen Ähnlichkeiten auffällig. Dies könnte darauf hindeuten, dass es ein weitreichenderes kulturelles Austauschsystem gab als bislang vermutet.

Mit fortschreitender Forschung hoffen Archäologen, entscheidende Fragen zu beantworten:

  • Wurde der Holzkreis von Aars für religiöse oder astronomische Zwecke genutzt?
  • Gab es direkten Kontakt zwischen seinen Erbauern und den Erschaffern von Stonehenge?

Die Antworten auf diese Fragen könnten unsere Wahrnehmung der prähistorischen Netzwerke Europas revolutionieren – und zeigen, dass die frühen Gesellschaften viel stärker miteinander verknüpft waren als bislang angenommen.

[Quelle: Infobae]

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