Zum Inhalt springen
Wissenschaft

Eine Sintflut, die nur einmal in tausend Jahren vorkommt: Die wissenschaftliche Warnung, die eine Region Amerikas erschüttert

Etwas Ungewöhnliches steht bevor: Ein Phänomen, das laut Expert*innen nur einmal alle tausend Jahre auftritt, droht mit verheerenden Regenfällen im Zentrum der USA. Was verursacht es – und warum jetzt?
Von Martín Nicolás Parolari Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Die nächsten Stunden könnten in mehreren Regionen der Vereinigten Staaten einen Wendepunkt markieren. Ein extremes Wetterereignis steht bevor – und Meteorolog*innen zögern nicht, es als außergewöhnlich zu bezeichnen. In Gebieten, die bereits durch frühere Regenfälle gesättigt sind und deren Böden kein Wasser mehr aufnehmen können, könnte das, was kommt, katastrophale Auswirkungen haben. Und alles deutet darauf hin, dass es kein Zurück mehr gibt.

Ein atmosphärisches Phänomen jenseits der Norm

Die Warnung kam vom Portal AccuWeather und wurde von mehreren Wetterdiensten bestätigt: Zwischen dem 2. und 6. April wird ein großer Teil der zentralen USA mit ungewöhnlich heftigen Regenfällen konfrontiert. Es handelt sich um ein Ereignis, das als „Einmal-in-tausend-Jahren“-Phänomen eingestuft wurde. Besonders betroffen sind die Bundesstaaten Arkansas, Missouri, Tennessee, Illinois, Indiana und Kentucky.

Die Dimension dieses Ereignisses liegt nicht nur in der Menge des erwarteten Regens, sondern auch in seiner anhaltenden Intensität. Innerhalb weniger Tage könnten sich bis zu 50 Zentimeter Niederschlag ansammeln – das entspricht etwa vier Monaten Regen in nur einer Woche. Wissenschaftler*innen warnen, dass die Auswirkungen schlimmer sein könnten als bei früheren Katastrophen.

Verursacht wird dieses Wetterextrem durch einen atmosphärischen Fluss – eine konzentrierte Strömung tropischer Feuchtigkeit, die durch ein stationäres Hochdruckgebiet in das Landesinnere gedrückt wird. Diese Kombination wirkt wie ein „Deckel“ in der Atmosphäre, der verhindert, dass sich die Unwetter auflösen – sie kreisen immer wieder über denselben Regionen.

Unmittelbare Gefahren und mögliche Folgen

15
© iStock.

Der Nationale Wetterdienst hat bereits mehrere Warnungen vor Sturzfluten ausgegeben. Besonders gefährdet sind das untere Ohio-Tal, der mittlere Süden und große Teile von Arkansas. Sorgen bereitet vor allem Kentucky, das im Februar bereits von schweren Überschwemmungen betroffen war – mit mindestens 24 Todesopfern. Die neue Regenwelle könnte die Situation in ohnehin noch geschwächten Regionen weiter verschärfen.

Laut Jonathan Porter, Chefmeteorologe bei AccuWeather, „werden die unaufhörlichen Regenfälle zuerst Bäche und Senken überfluten. Doch bald wird sich die Bedrohung auf die großen Flüsse verlagern, wenn all das Wasser abfließen will.“ Dieses progressive Überlaufen könnte großflächige Schäden an Häusern, Infrastruktur, landwirtschaftlichen Flächen und Verkehrswegen verursachen.

Auch wenn der Regen gegen Ende der Woche nachlassen soll, werden die Pegelstände der Flüsse weiter steigen – das Risiko bleibt also mindestens eine weitere Woche bestehen.

Was zu tun ist – und warum es diesmal keinen Spielraum für Fehler gibt

Behörden und Expert*innen sind sich einig: „Seien Sie bereit, sich schnell in höher gelegene Gebiete zu begeben.“ Die Geschwindigkeit, mit der die Überschwemmungen entstehen können, sowie die Intensität der Regenfälle könnten selbst erfahrene Gemeinden überraschen.

Solche Extremereignisse zeigen, wie schnell seltene Wetterphänomene zu tödlichen Notfällen werden können, wenn keine geeigneten Vorkehrungen getroffen werden. Die meteorologischen Daten und Modelle machen deutlich: Das Klima verändert sich – in Intensität und Frequenz. Was früher als unwahrscheinlich galt, könnte Teil einer neuen Realität werden.

Im Moment bleibt nur, den Himmel zu beobachten – und vorbereitet zu sein. Denn diesmal sind die Warnungen keine Übertreibung.

Diese Geschichte teilen

Verwandte Artikel