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Eine Revolution auf Rädern: Der Bus, der mit Wasser fährt – und bereits in Europa unterwegs ist

Südkorea hat geschafft, was einst wie Science-Fiction klang: Ein mit Wasserstoff betriebener Bus – dessen Treibstoff aus Wasser gewonnen wird – ist nun tatsächlich auf Europas Straßen im Einsatz. Die Tests haben begonnen, und sie könnten den öffentlichen Nahverkehr des Kontinents für immer verändern.
Von Martín Nicolás Parolari Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Wasserstoff: Eine lautlose Antwort auf die lauten Probleme fossiler Brennstoffe

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© iStock.

Seit Jahren sucht die Welt nach technischen Lösungen, um die Emissionen im Verkehrssektor zu reduzieren – einem der größten Verursacher der globalen Umweltverschmutzung. Europa setzt stark auf Elektromobilität, doch Herausforderungen wie lange Ladezeiten und begrenzte Reichweiten lassen Raum für Alternativen. Eine dieser Alternativen ist grüner Wasserstoff – ein sauberer Energieträger, der beim Einsatz lediglich Wasserdampf freisetzt.

Dieser Wasserstoff wird durch Elektrolyse erzeugt – ein Verfahren, bei dem Wasser mithilfe von Strom in Sauerstoff und Wasserstoff aufgespalten wird. Wenn dieser Strom aus erneuerbaren Quellen wie Sonne oder Wind stammt, ist der Wasserstoff zu 100 % klimaneutral. Südkorea hat nun – mit technologischer Unterstützung von Hyundai – diesen theoretischen Ansatz in die Praxis umgesetzt. Ein Bus, der mit dieser Technik betrieben wird, wird derzeit mitten in Europa getestet.

Wien als Europas Testlabor für die Mobilität der Zukunft

Die österreichische Hauptstadt Wien wurde als Standort für diesen Pilotversuch ausgewählt. Dort testet der Verkehrsbetrieb Wiener Linien aktuell einen Brennstoffzellenbus von Hyundai. Das Fahrzeug wird von einem Elektromotor angetrieben, der durch eine 90 kW starke Brennstoffzelle gespeist wird, unterstützt von einem Batterie-Hybridsystem. Das Ergebnis: eine leise, emissionsfreie Fortbewegung.

Der Bus ist mit einem innovativen Tank ausgestattet, der bis zu 35,15 Kilogramm Wasserstoff bei einem Druck von 700 bar speichern kann – genug für den ganztägigen Einsatz im städtischen Linienbetrieb. Die Betankung erfolgt an einer eigens errichteten Wasserstofftankstelle im Stadtteil Leopoldau, die direkt an ein lokales Kraftwerk angebunden ist. Dadurch wird die CO₂-Bilanz zusätzlich verbessert.

Was bedeutet dieses Projekt für die Zukunft des öffentlichen Verkehrs in Europa?

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© Wiener Linien.

Sollten die Tests erfolgreich verlaufen – und vieles deutet darauf hin – wird Hyundai weitere 20 Busse nach Wien liefern. Zudem plant Wiener Linien in Zusammenarbeit mit Toyota die Einführung von 10 weiteren Wasserstofffahrzeugen bis 2028. Damit positioniert sich Wien als europäischer Vorreiter für saubere Mobilität – und könnte zum Vorbild für andere Metropolen werden.

Eine Vision, die Realität wird – mit Wasser als Antrieb

Dieses Projekt ist nicht nur technologisch bemerkenswert, sondern auch wirtschaftlich nachhaltig: Mit Partnern wie Wiener Netze und Wien Energie entsteht ein lokales Kreislaufsystem, in dem Energieproduktion, -verteilung und -verbrauch innerhalb der Stadtgrenzen stattfinden – ganz ohne umweltschädliche Transporte oder Importe.

Was einst als Zukunftsmusik galt, fährt heute durch europäische Städte. Südkorea zeigt, dass eine klimafreundliche Verkehrswende nicht nur möglich, sondern bereits Realität ist. Und vielleicht bewegen wir uns bald alle mit nichts als Wasser unter der Haube durch den Alltag.

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