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Wissenschaft

Ein weißer Streifen zog über den Himmel – niemand wusste, was es war: Jetzt ist es geklärt

In einer Nacht voller Polarlichter durchzog ein seltsamer weißer Lichtstrahl den Himmel über Colorado und mehreren Nachbarstaaten – und versetzte Astronomen und Himmelsbeobachter in Aufregung. Was zunächst wie ein atmosphärisches Naturphänomen wirkte, entpuppte sich als etwas ganz anderes: ein chinesischer Raketenflug mit neuartigem Treibstoff.
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Polarlichter und ein unerwarteter Himmelsbesucher

Was als magische Nacht mit Nordlichtern begann, wurde schnell zum Rätsel. Am 17. Mai erschien plötzlich ein heller weißer Streifen am Nachthimmel, durchzog die Atmosphäre in gerader Linie und hinterließ eine grell leuchtende Spur. War es ein Naturphänomen, eine neue Art von Polarlicht – oder etwas völlig anderes?

Ein weißer Streifen zog über den Himmel – niemand wusste, was es war: Jetzt ist es geklärt
© Derick Wilson – X

Die Nacht begann mit einem geomagnetischen Sturm der Klasse G2, der ursprünglich gar nicht vorhergesagt war. Ausgelöst durch eine koronale Massenauswurf (CME), die unerwartet die Erde erreichte, sorgte sie für spektakuläre Aurora-Anzeigen mit grünem, rotem und blauem Licht über weite Teile der USA.

STEVE, Meteor oder ein Zeichen aus dem All?

Ein weißer Streifen zog über den Himmel – niemand wusste, was es war: Jetzt ist es geklärt
© Jaanus Jagomägi – Unsplash

Gegen 23:30 Uhr geschah das Ungewöhnlichste: Ein klar definierter, leuchtend weißer Streifen durchbrach den Himmel über Colorado. Viele vermuteten die Rückkehr einer Raketenstufe, andere spekulierten über STEVE (Strong Thermal Emission Velocity Enhancement), ein seltenes Lichtphänomen, das mit Polarlichtern verbunden ist.
Fotograf Mike Lewinski aus Crestone, Colorado, schilderte, wie die Polarlichter am Himmel tanzten, als plötzlich diese „weiße Linie“ erschien – intensiver als alles, was er je gesehen hatte.

Die sozialen Netzwerke explodierten mit Theorien: ein ungewöhnliches Aurora-Phänomen? Ein meteorologisches Ereignis? Vielleicht sogar ein Meteor oder Weltraumschrott?

Die Antwort kommt aus China: Rakete mit Methan-Treibstoff

Die wissenschaftliche Erklärung folgte schnell: Der Astronom Jonathan McDowell identifizierte das Phänomen als Auswirkung der chinesischen Rakete Zhuque-2E, die rund eine Stunde zuvor vom Raumfahrtzentrum Jiuquan durch das Unternehmen LandSpace Technology gestartet worden war.

Was zu sehen war, war das Ablassen von Treibstoff in der Hochatmosphäre in etwa 250 km Höhe – eine übliche Manövermaßnahme der Oberstufe der Rakete. Diese Freisetzungen erzeugen durch chemische Reaktionen in der Ionosphäre sichtbare Leuchterscheinungen, bekannt als Chemilumineszenz.

Die Zhuque-2E beförderte sechs Satelliten und nutzte Methalox, eine Mischung aus Methan und flüssigem Sauerstoff – günstiger und umweltfreundlicher als herkömmliche Treibstoffe.

Was der Himmel über die Zukunft der Raumfahrt verrät

Solche Erscheinungen sind kein Einzelfall. Auch frühere Starts von SpaceX-Raketen (Falcon 9) erzeugten spiralförmige Lichter, die fälschlich als UFOs gedeutet wurden.
Besonders beim Zhuque-2E war die weiße Leuchtspur, die einem STEVE-Phänomen ähnelte, so überzeugend, dass selbst erfahrene Himmelsbeobachter getäuscht wurden.
Mit dem wachsenden Einsatz von Methalox-Treibstoffen dürften ähnliche Leuchterscheinungen künftig häufiger werden – als sichtbare Zeichen einer neuen Ära der Raumfahrt.

Die Lektion für Himmelsneugierige: Nicht alles, was leuchtet, ist ein Polarlicht… und nicht jedes Rätsel bleibt ungelöst.

Quelle: DW

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