Die Sahara war nicht immer trocken
Heute steht die Sahara für Trockenheit und endlose Sandflächen. Doch ein aktuelles Bild von Astronauten hat eine alte wissenschaftliche Debatte neu entfacht: War dieser Ort einst ein grünes Paradies? Im Zentrum steht ein mysteriöser „weißer Fleck“ auf einem Vulkan – keine Schneekappe, sondern ein geologisches Geheimnis, das über 5.000 Jahre zurückreicht.
Der Vulkan Emi Koussi und sein weißer Fleck aus dem All
Im Dezember 2024 fotografierten Astronauten der Expedition 72 von der ISS aus den Vulkan Emi Koussi im Tschad mit einer Nikon Z9. Auf dem Bild erscheint eine helle Fläche im Krater des höchsten Vulkans der Sahara. Obwohl sie wie Schnee wirkt – bei einer Höhe von 3.415 Metern nicht völlig ausgeschlossen – bestätigte die NASA, dass es sich um eine Salzablagerung handelt: die Überreste eines prähistorischen Sees.
Die weiße Schicht bedeckt den Boden der Caldera, etwa 745 Meter unterhalb des Gipfels. Das Salz blieb zurück, als das Wasser verdunstete – und hinterließ eine markante Spur auf dem dunklen Vulkangestein. Neben dem visuellen Kontrast liefert das Bild Hinweise auf die Klimageschichte der Region: Erosionsspuren an den Hängen zeigen, dass Wasser einst das Terrain formte – kraftvoll und beständig.
[Overview the Earth] No.1784: #EmiKoussi is a high pyroclastic shield #volcano that lies at the southeast end of the #TibestiMountains in the central #Sahara, in the northern #Borkou Region of northern #Chad. pic.twitter.com/wiDI1lQQT0
— LiVEARTH (@livearthjp) April 11, 2023
Spuren eines verlorenen Ökosystems unter den heutigen Dünen
Das Bild, archiviert unter der Bezeichnung ISS072-E-423041, gehört zu einem Programm des Johnson Space Center, das geologische Veränderungen auf der Erde untersucht. Besonders bemerkenswert ist nicht nur der Vulkan selbst, sondern auch seine Umgebung: erodierte Kanäle, ausgerichtete Vulkankegel und Senken, die einst tiefe Schluchten beherbergten.
Forschungen zeigen, dass zwischen Emi Koussi und Tarso Ahon ein komplexes Flusssystem existierte, das Wasser in mehrere Richtungen leitete. Die geologischen Spuren belegen, dass die Sahara nicht immer ein trockener Wüstenraum war – sondern eine Region mit Regen, Vegetation und zahlreichen Seen.
Der grüne Sahara-Mythos wird zur geologischen Realität
Quelle: El Confidencial.