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Ein versteckter Tunnel in der Wüste: Die erstaunliche Entdeckung eines menschlichen Unterschlupfes in einem Lavatünnel

Über Jahrtausende hinweg hat ein unterirdischer Tunnel in Saudi-Arabien geschwiegen und die Spuren antiker Bewohner verborgen. Jetzt haben Archäologen entdeckt, dass dieser Lavatünnel vor 7.000 Jahren genutzt wurde. War er ein Schutzraum gegen die Hitze, ein Verteidigungsposten oder etwas anderes?
Von Martín Nicolás Parolari Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Geheimnisse der Wüste

Die Wüste birgt Geheimnisse, die nur Zeit und Archäologie enthüllen können. Eines dieser Rätsel wurde in Umm Jirsan ans Licht gebracht, wo Forscher Beweise gefunden haben, dass prähistorische Menschen einen Lavatünnel bewohnten. Steinwerkzeuge, Keramik und Knochen deuten darauf hin, dass dieser Ort entscheidend für das Überleben in einer der unwirtlichsten Regionen der Welt war.

Der unterirdische Tunnel als Schutz

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© iStock.

Dieser archäologische Standort befindet sich im Vulkangebiet Harrat Khaybar, nördlich von Medina. Mit einer Länge von 1,5 Kilometern ist Umm Jirsan der umfangreichste dokumentierte Lavatünnel in Saudi-Arabien.

Mathew Stewart, Forscher an der Griffith University in Australien, erklärte, dass im Tunnel menschliche Überreste, Tierknochen und Keramikfragmente gefunden wurden. Diese Entdeckungen zeigen, dass vor 7.000 Jahren Gruppen von Menschen diese unterirdische Höhle genutzt haben, aber die Frage bleibt: Warum?

Zuflucht oder strategischer Punkt?

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© Revista Plos.

Der Fund bestätigt die menschliche Präsenz in Umm Jirsan, aber seine genaue Funktion ist umstritten. Stewart glaubt, dass dieser Tunnel kein permanenter Wohnsitz war, sondern ein wichtiger Halt auf Weidewegen. „Es könnte ein vorübergehender Schutz für Reisende im Wüstengebiet gewesen sein, der Schatten und Zugang zu Wasser bot“, kommentierte er gegenüber Live Science.

Einige Experten sind jedoch der Ansicht, dass dieser Standort strategischerer Natur war. Saudi-Arabien beherbergte damals Raubtiere wie Wölfe, Hyänen, Löwen und Leoparden. Anthony Sinclair, Professor an der Universität Liverpool, schlägt vor, dass die Hirten die Höhle genutzt haben könnten, um ihr Vieh vor möglichen Angriffen zu schützen.

Der Ursprung des Tunnels: Eine durch Feuer und Zeit geformte Höhle

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© Revista Plos

Laut dem US Geological Survey (USGS) entstehen Lavatünnel, wenn ein Strom von Magma einen unterirdischen Gang bildet. Beim Abkühlen bleibt dieser Tunnel leer und hinterlässt Spuren des Flusses in seinen Wänden und Lava-Stalaktiten, die von der Decke hängen.

Für prähistorische Menschen waren diese Strukturen mehr als nur eine einfache Höhle: Sie stellten einen natürlichen Schutzraum inmitten der Wüste dar, der sie vor extremen Temperaturen und möglichen äußeren Bedrohungen schützte.

Welche Geheimnisse sind noch zu entdecken?

Der Fund in Umm Jirsan ist nur der Anfang. Michael Petraglia, Direktor des Australian Centre for Human Evolution Research, betonte, dass dieser Tunnel ein Schlüssel zum Verständnis der Wanderungsrouten und Überlebensstrategien der frühen Menschen in der Region sein könnte.

„Wir wissen, dass prähistorische Menschen sich auf erstaunliche Weise an ihre Umgebung anpassten, aber es gibt noch viel zu entdecken“, sagte er in einem Interview mit The New York Times.

Während die Archäologen weiterhin die versteckten Passagen unter dem Sand erkunden, ist eines sicher: Die Vergangenheit hat immer noch Geschichten zu erzählen.

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