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Wissenschaft

Ein versteckter Alkohol in einem fernen Stern könnte den Ursprung des Lebens erklären

Wissenschaftler:innen der Harvard-Universität haben eine seltene Variante von Methanol in einer protoplanetaren Scheibe entdeckt – ein Fund, der entscheidende Hinweise auf die Entstehung des Lebens auf der Erde liefern könnte. Diese Entdeckung eröffnet neue Perspektiven auf die organische Chemie in anderen Sternensystemen.
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Die Bausteine des Lebens sind nicht nur auf der Erde zu finden

Nicht alle Zutaten des Lebens stammen von unserem Planeten. Ein Astronomenteam unter Leitung von Harvard hat eine ungewöhnliche Form von Methanol im Umfeld eines jungen Sterns identifiziert – ein möglicher Meilenstein für die Astrobiologie. Der Fund deutet darauf hin, dass die fundamentalen Elemente des Lebens im Universum weitaus verbreiteter sein könnten, als wir bisher angenommen haben.

Eine seltene Methanol-Variante und ihre Verbindung zum Ursprung des Lebens

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© Pexels – InstaWalli.

Astronom:innen vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics entdeckten seltene Isotope von Methanol – einer Form von Alkohol – in einer protoplanetaren Scheibe rund um den Stern HD 100453, etwa 330 Lichtjahre von der Erde entfernt. Es ist das erste Mal, dass diese Methanolvarianten in einem solchen Umfeld nachgewiesen wurden. Möglich wurde dies durch Daten des Radioteleskops ALMA in Chile.

Dieser Fund ist besonders bedeutsam, da diese Staub- und Gasscheiben die Geburtsstätten von Planeten und Kometen sind. Die Anwesenheit solcher Isotope deutet darauf hin, dass komplexe organische Verbindungen – also die Bausteine des Lebens – bereits zu Beginn des planetaren Entstehungsprozesses vorhanden sind.

Der beobachtete Stern ist massereicher als die Sonne und erzeugt eine wärmere Umgebung. Diese höheren Temperaturen sorgen dafür, dass Moleküle wie Methanol in gasförmigem Zustand vorliegen – was ihre Entdeckung durch ALMA erheblich erleichtert. In kühleren Scheiben wie jener der Sonne sind diese Moleküle meist gefroren und daher schwerer zu identifizieren.

Von einer Sternenscheibe zu den Kometen, die das Leben brachten

Einer der bemerkenswertesten Befunde der Studie ist, dass das Verhältnis des entdeckten Methanols jenem in den Kometen unseres eigenen Sonnensystems sehr ähnlich ist. Das stützt die Theorie, dass eisige Himmelskörper in der Frühzeit der Erde organische Moleküle auf unseren Planeten brachten – ein möglicher Auslöser für die Entstehung des Lebens.

Laut den Forscher:innen deutet die hohe Methanolkonzentration in HD 100453 darauf hin, dass protoplanetare Scheiben reich an weiteren Schlüsselverbindungen wie Aminosäuren oder Zuckern sein könnten. Das Methanol befindet sich in einem Staubring rund 2,4 Milliarden Kilometer vom Stern entfernt – eine Zone, die ideale Bedingungen für die Anreicherung und Weiterentwicklung chemischer Elemente bietet.

Ein kosmischer Ursprung des Lebens?

Diese Entdeckung legt nahe, dass das Leben auf der Erde möglicherweise einen kosmischeren Ursprung hatte, als bisher angenommen. Gleichzeitig eröffnet sie die Möglichkeit, dass ähnliche Bedingungen auch in vielen anderen Sternsystemen existieren könnten – und mit ihnen vielleicht auch andere Lebensformen.

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