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Ein Unterwasser-Vulkan und eine beispiellose Entdeckung: Tausende von riesigen Eiern verwirren die Wissenschaftler

In 1.500 Metern Tiefe im Pazifik hat ein versteckter Vulkan etwas Unerwartetes enthüllt: Hunderttausende von riesigen Eiern bedecken seinen Gipfel. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass seine geothermische Aktivität die Region in eine massive Brutstätte für Pazifische Stechrochen verwandelt hat, ein Phänomen, das bisher noch nie dokumentiert wurde. Wie ist es möglich, dass diese rätselhaften Lebewesen in einem so extremen Umfeld brüten?
Von Martín Nicolás Parolari Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Unter der Oberfläche des Pazifischen Ozeans, in einer Umgebung, in die niemals Sonnenlicht eindringt, hat ein Forscherteam etwas Außergewöhnliches entdeckt. Was zunächst wie ein inaktiver Vulkan aussah, stellte sich als dynamisches Ökosystem heraus, das durch geothermische Wärme geformt wurde. Doch das Erstaunlichste ist nicht die vulkanische Aktivität selbst, sondern die Anwesenheit von Hunderttausenden riesigen Eiern, die diesen Unterwasserberg zur größten Brutstätte für Pazifische Stechrochen machen, die jemals registriert wurde.

Ein Vulkan, der ein Leben heiligt

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© YouTube – Cherisse Du Preez -DFO.

Seit 2019 erkunden Wissenschaftler von Pêches et Océans Canada diesen 1.100 Meter hohen und 2.000 Quadratkilometer großen Unterwasser-Vulkan. Zunächst glaubten sie, es handele sich um eine inaktive Struktur ohne thermische Aktivität, doch ihre Messungen bewiesen das Gegenteil.

Die Wärme, die aus seinen Spalten emittiert wird, hat einen einzigartigen Lebensraum geschaffen, in dem verschiedene Meeresarten Zuflucht finden. Unter ihnen ist die große Protagonistin dieser Entdeckung: die Pazifische Stechrochen (Bathyraja spinosissima), ein Wesen, das über zwei Meter lang und bis zu 45 kg schwer werden kann.

Tausende riesige Eier bedecken den Gipfel des Vulkans

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© YouTube – Cherisse Du Preez -DFO.

Als besonders verblüffend empfanden die Biologen die Menge an Rayeneiern, die auf dem Gipfel des Vulkans gefunden wurden. Diese ovalen Kapseln mit einem Durchmesser von etwa 50 Zentimetern enthalten Embryonen, die unter extremen Bedingungen heranwachsen.

Die Forscherin Cherisse Du Preez betonte in einem Interview mit Science Post Frankreich die Bedeutung des Fundes:
„Es ist etwas, das man noch nie gesehen hat.“

Die Experten glauben, dass die Nähe zu den vulkanischen Wärmequellen die Entwicklung der Embryonen beschleunigt und die Inkubationszeit verkürzt. Unter normalen Bedingungen benötigen diese Eier bis zu vier Jahre, um zu schlüpfen, aber in diesem Vulkan könnte die geothermische Wärme diesen Zeitraum drastisch reduzieren.

Ein einzigartiges Phänomen im Tierreich

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© YouTube – Cherisse Du Preez -DFO.

Diese Entdeckung ist nicht völlig isoliert. Im Jahr 2018 wurden in der Nähe von hydrothermalen Schloten auf den Galapagos-Inseln Rayeneier gefunden. Die Größe des Brutgebietes, das im kanadischen Vulkan entdeckt wurde, ist jedoch weitaus größer und verstärkt die Hypothese, dass einige Arten sich weiterentwickelt haben, um die vulkanische Wärme bei ihrer Fortpflanzung zu nutzen.

Die Eier mit ihrer ovalen Form und den gewölbten Rändern wurden mit Kissen oder riesigen Ravioli verglichen, und ihre Konzentration in diesem Vulkan macht ihn zu einem natürlichen Labor zur Untersuchung der Biodiversität in tiefen Gewässern.

Was verbirgt der Ozean noch?

Die Entdeckung dieser Unterwasserbrutstätte wirft neue Fragen über das Leben in den Tiefen auf. Wenn die Pazifischen Stechrochen im vulkanischen Wärmequellen einen Vorteil für ihre Fortpflanzung gefunden haben, könnten dann auch andere Arten ähnliche Strategien an anderen Orten des Ozeans nutzen?

Während die Wissenschaftler weiterhin dieses geheimnisvolle Ökosystem erkunden, ist eines sicher: Der Meeresboden bleibt ein unerforschtes Territorium voller Geheimnisse, die alles herausfordern, was wir bisher über das Leben auf der Erde zu wissen glaubten.

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