China hat ein neues Kapitel in der Geschichte des Bergbaus aufgeschlagen: In der Provinz Hunan wurde eine „supergigantische“ Goldlagerstätte entdeckt. Sollte sich die Schätzung bestätigen, könnte dieses Vorkommen, das als Wangu bekannt ist, das größte jemals gefundene sein – mit einer Reserve von etwa 1.000 Tonnen hochreinem Gold.
Die Ankündigung durch das geologische Amt von Hunan hat nicht nur das wissenschaftliche Interesse geweckt, sondern auch die Finanzmärkte aufhorchen lassen. Falls die bisherigen Untersuchungen korrekt sind, könnte dieses Vorkommen sogar die bisher größte Goldmine der Welt, South Deep in Südafrika, übertreffen, die bislang mit 900 Tonnen Gold als Rekordhalter galt.
Warum gilt Wangu als „supergigantisches“ Vorkommen?

Ein Goldvorkommen wird als „supergigantisch“ eingestuft, wenn es mehr als 50 Millionen Unzen Gold enthält.
Im Fall von Wangu haben geologische Untersuchungen mindestens 40 Goldadern identifiziert, die sich bis in eine Tiefe von 2 Kilometern erstrecken – mit der Möglichkeit, dass sie sogar 3 Kilometer tief reichen. Ein dreidimensionales Modell des Untergrunds deutet darauf hin, dass das Vorkommen möglicherweise noch größer ist als bisher angenommen.
Besonders bemerkenswert ist nicht nur die schiere Menge an Gold, sondern auch dessen hohe Reinheit. Während die meisten Minen nur wenige Gramm Gold pro Tonne Gestein enthalten, wurden in Wangu Konzentrationen von bis zu 138 Gramm pro Tonne festgestellt – ein außergewöhnlicher Wert.
Globale Auswirkungen des Fundes

Diese Entdeckung könnte nicht nur Chinas Position als weltgrößter Goldproduzent stärken, sondern auch den internationalen Goldpreis beeinflussen. Schon jetzt stellt China über 10 % des weltweiten Goldangebots, und mit diesem neuen Vorkommen könnte das Land seine Rolle als Schlüsselfigur im globalen Markt weiter ausbauen.
Der geschätzte Wert der Lagerstätte beläuft sich auf 83 Milliarden US-Dollar, womit sie zu einem strategisch bedeutsamen Rohstoffvorkommen wird. Allerdings wird die Ausbeutung nicht sofort beginnen können: Der moderne Bergbau steht vor erheblichen ökologischen und regulatorischen Herausforderungen, die den Abbau verzögern könnten.
Die Suche nach neuen Goldvorkommen
In der Geschichte des Bergbaus wurden bereits rund 53.000 Tonnen Gold gefördert – doch es wird geschätzt, dass sich weltweit noch etwa 50.000 Tonnen unentdecktes Gold im Boden befinden.
Neue große Goldvorkomen zu finden wird jedoch immer schwieriger, da leicht zugängliche Reserven bereits ausgebeutet wurden. Neue Entdeckungen werden meist in schwer zugänglichen Regionen oder in extremen Tiefen gemacht, was die Förderung erheblich verteuert und hochmoderne Technologien erfordert. Gleichzeitig verzögern strengere Umweltauflagen den Abbauprozess.
Das Rätsel der Goldentstehung

Der Fund von Wangu hat neue Untersuchungen darüber ausgelöst, wie sich große Goldvorkommen überhaupt bilden. Einige Geologen vermuten, dass seismische Aktivitäten eine entscheidende Rolle bei der Ansammlung von Gold in bestimmten geologischen Zonen spielen.
Chris Voisey von der Monash University geht davon aus, dass Erdbeben den Transport und die Konzentration von Gold in der Erdkruste begünstigen könnten. Zwar ist bekannt, dass Quarz eine Rolle bei der Entstehung von Goldlagerstätten spielt, doch die außergewöhnlich hohe Reinheit dieses Vorkommens bleibt weiterhin ein Rätsel.
Der Goldfund des Jahrhunderts?
Sollten die Analysen die erwartete Größe des Vorkommens bestätigen, könnte Wangu die größte Goldentdeckung aller Zeiten sein. Erste Proben aus der Umgebung lassen vermuten, dass die Lagerstätte sogar noch größer sein könnte als bisher berechnet.
Während weitere Studien durchgeführt werden und die wirtschaftliche Machbarkeit des Abbaus geprüft wird, hat dieser Fund das Potenzial, den globalen Goldmarkt zu verändern und die Bergbauindustrie für die kommenden Jahrzehnte zu prägen.