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Ein „Smartphone“ vor 1.000 Jahren: Der geheimnisvolle Fund, der Kulturen verbindet

Ein überraschendes Artefakt mit Inschriften in Arabisch und Hebräisch wurde in Italien entdeckt, und Experten vergleichen es mit einem „Smartphone“ der Antike. Dieses Objekt, das über ein Jahrtausend alt ist, war entscheidend für die Astronomie und Navigation. Wie funktionierte es und welche Enthüllungen birgt es über die Vergangenheit?
Von Martín Nicolás Parolari Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Das Fundstück eines Instruments mit über 1.000 Jahren Geschichte

Die Geschichte der Wissenschaft ist reich an Entdeckungen, die den Wissensfortschritt geprägt haben. In letzter Zeit hat eine Forscherin von der Universität Cambridge ein Artefakt ausgegraben, das an moderne Geräte erinnert, nicht wegen seiner Technologie, sondern wegen seiner Vielseitigkeit und Nützlichkeit in der Antike. Mit Inschriften in Arabisch und Hebräisch ist dieses Objekt ein Beweis für den Austausch von Wissen zwischen Zivilisationen.

Der erstaunliche Fund eines Astrolabiums

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© iStock.

Das betroffene Artefakt ist ein Astrolabium, ein antikes astronomisches Instrument, das die Berechnung der Position von Sternen und das Messen von Entfernungen am Himmel ermöglichte. Sein Ursprung reicht bis ins 3. Jahrhundert v. Chr. zurück, zur Zeit des griechischen Mathematikers Apollonius von Perge, aber im Laufe der Zeit wurde es ein essentielles Werkzeug für Wissenschaftler und Seeleute verschiedener Kulturen.

Die Historikerin Federica Gigante von der Universität Cambridge fand dieses Astrolabium im Miniscalchi-Erizzo-Museum in Verona, Italien. Was diesen Fund einzigartig macht, ist, dass es Inschriften in Arabisch und Hebräisch enthält, was darauf hindeutet, dass es über die Jahrhunderte von verschiedenen Zivilisationen genutzt und modifiziert wurde.

Das Gerät wurde von muslimischen Astronomen verwendet, um die Richtung nach Mekka zu bestimmen und die Gebetszeiten festzulegen, wie es der Koran vorschreibt. Im Laufe der Zeit wurde das Wissen darüber an jüdische Gemeinschaften weitergegeben, die seine Texte übersetzten und ihre astronomischen Berechnungen an neue Breitengrade anpassten.

Warum vergleichen sie es mit einem „Smartphone“ der Antike?

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© Universidad de Cambridge.

Obwohl das Astrolabium keine Bildschirme oder Internetverbindungen hat, hat Historikerin Gigante es wegen seiner Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit mit einem Smartphone verglichen. In seiner Zeit war dieses Gerät ein multifunktionales Werkzeug, das es ermöglichte, verschiedene Berechnungen präzise durchzuführen – ganz ähnlich, wie wir heute Apps verwenden, um alltägliche Probleme zu lösen.

Die Möglichkeit, das Astrolabium zu modifizieren und anzupassen, indem man seinen Inhalt übersetzte und an verschiedene Städte anpasste, war vergleichbar mit dem „Installieren neuer Apps“ auf einem modernen Telefon. Diese Parallele zeigt, wie die Menschheit seit Jahrhunderten danach strebt, Werkzeuge zu optimieren, um das Leben zu erleichtern und das Wissen zu erweitern.

Eine Brücke zwischen Kulturen über die Zeit

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© Universidad de Cambridge.

Über seine Funktionalität hinaus ist dieser Fund ein Beweis für den wissenschaftlichen Austausch zwischen Zivilisationen. Über Jahrhunderte wurden astronomisches Wissen zwischen Griechen, Muslimen und Juden weitergegeben, was Fortschritte ermöglichte, die die Grundlagen der modernen Wissenschaft legten.

Die Wiederentdeckung dieses Astrolabiums erinnert uns daran, dass Technologie zu jeder Zeit ein Spiegel menschlicher Ingenieurskunst ist. Wie viele andere alte Erfindungen könnten die „Smartphones“ ihrer Zeit gewesen sein, und was bleibt uns noch zu entdecken über die Vergangenheit?

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