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Wissenschaft

Ein seltsamer Planet, der sich „unmöglich“ dreht – und alles infrage stellt, was wir über das Universum zu wissen glaubten

Ein Planet, der direkt aus dem Star Wars-Universum stammen könnte, wurde nun von Astronomen bestätigt. Seine Umlaufbahn widerspricht allen bekannten Mustern – und seine Existenz wirft neue Fragen über die Entstehung von Sternensystemen auf. Eine unerwartete Entdeckung, die die Regeln der Weltraumforschung neu schreibt.
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Lesezeit 2 Minuten

Wenn ein Fund alle bisherigen Grenzen überschreitet

Gerade wenn die Wissenschaft glaubt, die Struktur des Universums verstanden zu haben, kommt eine Entdeckung, die alles verändert. Ein internationales Astronomenteam stieß – fast zufällig – auf einen Planeten, der in einer völlig senkrechten Umlaufbahn um seine beiden Sonnen kreist. Was früher reine Science-Fiction war, wird nun zur astronomischen Realität. Und dieser Fund, so ungewöhnlich wie aufschlussreich, zwingt die Fachwelt zum Umdenken.

Ein Zufallsfund, der bestehende Modelle sprengt

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© ESO.

Die Entdeckung wurde vom Europäischen Südsternobservatorium (ESO) bestätigt, nachdem der rätselhafte Exoplanet 2M1510 (AB) b beobachtet wurde – mit einer Umlaufbahn, die herkömmlichen astronomischen Modellen widerspricht. Es ist der erste bekannte Planet überhaupt, der seine zwei Muttersterne in einem 90-Grad-Winkel umkreist – eine sogenannte polare Umlaufbahn.

Ermöglicht wurde die Entdeckung durch das Very Large Telescope (VLT) am Paranal-Observatorium in Chile. Das Team unter Leitung des Astronomen Amaury Triaud von der University of Birmingham bemerkte zunächst unerklärliche Bewegungen in den Bahnen zweier Brauner Zwerge – Objekte, die zwischen Planetenriesen und klassischen Sternen liegen.

Die Umlaufbahnen dieser Zwerge zeigten seltsame Schwankungen, als würde ein unsichtbares Objekt sie beeinflussen. Diese „Geisterpräsenz“ entpuppte sich als 2M1510 (AB) b – ein Planet mit einer nie zuvor beobachteten Bahnneigung.

Ein Sternensystem wie kein anderes

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© ESO.

Der entdeckte Exoplanet umkreist ein sogenanntes Binärsystem, also zwei Sterne gleichzeitig. Das Neue daran: Seine Umlaufbahn verläuft senkrecht zu deren gemeinsamer Rotationsachse – ein bisher nur theoretisch angenommenes Szenario.

Thomas Baycroft, Mitautor der Studie und ebenfalls Forscher an der University of Birmingham, erklärte, dass sämtliche alternativen Hypothesen analysiert wurden. Nur eine passte zu den Beobachtungsdaten: Die Existenz eines Planeten mit polarer Umlaufbahn.

Die beiden Braunen Zwerge selbst wurden bereits 2018 mit dem Speculoos-Teleskop am selben Standort entdeckt. Laut ESO handelt es sich hierbei erst um das zweite bekannte Paar von sich gegenseitig verfinsternden Braunen Zwergen, was die Seltenheit dieser Entdeckung zusätzlich unterstreicht.

Ein Wendepunkt für unser Verständnis planetarer Systeme

Dieser Fund erweitert nicht nur den Katalog der Exoplaneten – er revolutioniert unser Verständnis der Dynamik in Mehrsternsystemen. Die Tatsache, dass Planeten in so ungewöhnlichen Bahnen existieren können, zwingt Forscher dazu, bestehende Modelle der Planetenentstehung neu zu überdenken.

In einem Universum voller Überraschungen ist 2M1510 (AB) b der Beweis dafür, dass noch viel Unentdecktes auf uns wartet – und dass manche wissenschaftlichen „Wahrheiten“ buchstäblich aus der Umlaufbahn geraten können.

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