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Ein Fischer rettet ein Mädchen vor dem Ertrinken – mit einer Drohne

Die Behörden erklärten, dass das Mädchen ohne sein schnelles Eingreifen wahrscheinlich von der Strömung in den Tod gerissen worden wäre.
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Lesezeit 3 Minuten

Eine tödliche Strömung – und ein unerwarteter Retter

In diesem Jahr haben Gezeitenströmungen bereits elf Menschen in den USA das Leben gekostet. Doch vergangene Woche entging ein Teenager in Florida nur knapp dem Tod – dank der schnellen Reaktion eines Haisfischers, der seine Drohne zur Rettung einsetzte.

Am Donnerstag war Andrew Smith nach der Arbeit zum Angeln an den Strand von Pensacola Beach gefahren. Laut WSVN sagte Smith: „Ich wollte eigentlich gar nicht raus, aber mein Freund hat mich überredet.“ Zehn Minuten nach seiner Ankunft rannte ein Mädchen auf ihn zu und fragte panisch, ob jemand schwimmen könne – denn ihre Freundin kämpfte hundert Meter weiter draußen gegen eine tückische Strömung.

Smith selbst kann nicht schwimmen, da er an einer Krampfkrankheit leidet. Doch gerade wegen dieser Erkrankung verwendet er eine Drohne statt eines Kajaks, um Köder ins Meer zu bringen. Als er die Jugendliche im Wasser sah, dachte er: „Ich kann nicht schwimmen – aber die Drohne kann es.“

Rettung aus der Luft

Smith befestigte ein Auftriebsmittel an seine Drohne und flog damit über das Wasser. Ziel war es, dem Mädchen etwas zum Festhalten zu geben, bis Rettungskräfte eintreffen konnten. Doch der erste Versuch scheiterte: „Ich habe es zu früh losgelassen, und es war zu windig. Es kam nicht einmal in ihre Nähe“, erklärte er.

Jemand in der Nähe reichte ihm einen zweiten Schwimmkörper. Beim zweiten Versuch klappte es: „Ich musste sehr langsam sinken, denn es würde keine dritte Gelegenheit geben“, so Smith. Schließlich sah er, wie das Mädchen danach griff. „Ich ließ die Drohne etwas tiefer fliegen, bis sie es greifen konnte, und dann ließ ich es los. Sie hielt sich fest und begann zu treiben.“

Wenige Minuten später trafen Sanitäter ein. Insgesamt war die Jugendliche rund zehn Minuten in der Strömung gefangen. Nach ärztlicher Untersuchung konnte sie wohlbehalten nach Hause zurückkehren. In einem Interview mit ABC News sagte Smith, die Behörden hätten ihm bestätigt, dass das Mädchen ohne seine Hilfe nicht überlebt hätte.

Glück im Unglück – und eine neue Frage

Die junge Frau hatte in mehrfacher Hinsicht Glück. In Pensacola Beach befindet sich Fort Pickens – ein Gebiet mit Flugverbot. Hätten sich die Mädchen etwas weiter draußen befunden, hätte Smith seine Drohne nicht einsetzen dürfen. Laut ABC News haben die Ereignisse nun dazu geführt, dass Behörden über den regulären Einsatz von Drohnen als Rettungsgeräte nachdenken. Und damit stellt sich eine alte Frage neu: Können Drohnen auch Gutes tun?

Chancen und Risiken der Drohnentechnologie

Drohnen stehen zu Recht oft in der Kritik. In den Händen der Sicherheitsbehörden können sie – fast unreguliert – zur Massenüberwachung eingesetzt werden. Auch Zivilpersonen können mit Drohnen großen Schaden anrichten: Beim diesjährigen Palisades-Waldbrand kollidierte ein Löschflugzeug mit der Drohne eines unbedachten Hobby-Piloten. Im Februar legte der Senat von Florida einen Gesetzesentwurf vor, der Grundstücksbesitzern erlauben würde, „angemessene Gewalt“ gegen Drohnen anzuwenden.

Doch in verantwortungsvollen Händen sind Drohnen ein wertvolles Werkzeug: Sie helfen beim Aufspüren von Waldbränden, werden zur Kartierung brennender Gebäude entwickelt, und sie revolutionieren die Such- und Rettungsarbeit. So konnte vor einigen Jahren ein schottischer Kletterer dank einer Drohne geortet werden, nachdem er von einer Eiswand gestürzt war. Eine Studie stellte fest, dass die Retter andernfalls mit „enormen Herausforderungen“ konfrontiert gewesen wären – darunter ein riesiges Suchgebiet und extreme Höhen, die an die Grenzen der menschlichen Leistungsfähigkeit stoßen. Ohne die Drohne, so das Fazit, wäre die erfolgreiche Bergung unwahrscheinlich gewesen.

Fazit

Drohnen können Leben retten – wenn sie verantwortungsvoll eingesetzt werden. Der Vorfall in Florida zeigt eindrucksvoll, wie moderne Technik und menschlicher Einfallsreichtum zusammenwirken können, um Leben zu schützen. Was einst nur ein Werkzeug zum Angeln war, wurde hier zum Lebensretter.

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