Mars bewohnbar machen: Fiktion oder reale Möglichkeit?
Die Vorstellung, den Mars bewohnbar zu machen, fasziniert die Menschheit seit Jahrzehnten. Nun schlägt eine neue in Nature veröffentlichte Studie einen konkreten Plan in drei Schritten vor. Dank technologischer Fortschritte wie Starship und synthetischer Biologie glauben die MIT-Forscher, dass die Terraformung des Mars nicht länger ein unerreichbarer Traum ist, sondern zu einer realistischen Mission werden könnte.
Die Mars-Oberfläche erwärmen und Leben einführen

Die von Erika DeBenedictis, Doktorin der Bioingenieurwissenschaften am MIT, geleitete Untersuchung besagt, dass wir bereits über die Grundlagen verfügen, um einen Transformationsprozess zu starten. Das erste Ziel wäre es, die Oberflächentemperatur des Mars auf 30 °C zu erhöhen. Dadurch würde Kohlendioxid aus dem Untergrund freigesetzt und die Atmosphäre verdichtet. Zum Einsatz kämen dabei Techniken wie Sonnensegel oder Nanopartikel, um das Marsklima gezielt zu verändern.
Sobald der Planet eine dichtere Atmosphäre und eine lebensfreundliche Temperatur erreicht hat, wäre der nächste Schritt das Freisetzen von Mikroorganismen – sogenannten Extremophilen. Diese genetisch modifizierten Mikroben wären in der Lage, im Marsmilieu zu überleben, Sauerstoff zu produzieren und organisches Material zu erzeugen – der Beginn eines neuen Ökosystems.
Eine Mars-Biosphäre – und der Preis der Veränderung

Der dritte und ehrgeizigste Schritt wäre der Aufbau einer stabilen Biosphäre, mit genügend Sauerstoff für höhere Pflanzen – und schließlich auch für menschliches Leben ohne Lebenserhaltungssysteme. Laut Edwin Kite, Mitautor der Studie, könnte dieser Prozess jedoch Jahrhunderte dauern, da die aktuelle Technologie nicht ausreicht, um alle Phasen sofort umzusetzen.
Doch nicht alle sind begeistert. Wissenschaftlerinnen wie Nina Lanza vom Los Alamos National Laboratory warnen vor dem Risiko, einzigartige Informationen über die geologische und biologische Vergangenheit des Planeten zu verlieren. Wenn es jemals Leben auf dem Mars gegeben hat, könnte es durch den Terraforming-Prozess ausgelöscht werden.
Trotzdem sieht DeBenedictis im Mars eine beispiellose Chance, Umwelttechnologien zu entwickeln, die auch auf der Erde angewendet werden könnten. Auf einem Planeten ohne bestehende Infrastruktur oder fossile Brennstoffe könnte der Mars zum idealen Testfeld für eine alternative Zukunft werden.