Wohin soll die Reise für NASA als nächstes gehen? Die National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine haben kürzlich ihre wissenschaftlichen Vorschläge für NASAs fünfte New Frontiers-Mission veröffentlicht. Der Bericht legt die Prioritäten für die kommende Mission fest und gibt einen spannenden Ausblick auf die Zukunft der Raumfahrt.
Darin werden mehrere Missionskonzepte vorgestellt, die nach Einschätzung der Akademien wichtige Fragen der Wissenschaft beantworten könnten. Eine dieser Missionen wird wahrscheinlich als fünfte New Frontiers-Mission ausgewählt und könnte in den 2030er-Jahren starten. Zu den interessantesten Kandidaten gehören eine Sonde zum Saturn, ein Netzwerk von Sensoren auf dem Mond und eine waghalsige Probenrückholmission von einem Zwergplaneten – ähnlich wie die OSIRIS-REx-Mission.
Die vielversprechendsten Missionen im Überblick
Frühere Berichte der Akademien befassten sich mit der Suche nach bewohnbaren Welten, der Erforschung von Uranus, Finanzierungslücken in der bemannten Raumfahrt und den ungelösten Rätseln unseres Sonnensystems. Der aktuelle Bericht ist zwar keine vollständige Dekaden-Studie, wurde jedoch auf Anfrage von NASA erstellt, um die Machbarkeit der einzelnen Missionsvorschläge zu bewerten.
Das New Frontiers-Programm ist darauf ausgelegt, gezielte planetare Untersuchungen effizient und innovativ durchzuführen. Zu den bisherigen Missionen gehören New Horizons (2006, Pluto-Erkundung), Juno (2011, Jupiter-Erforschung) und OSIRIS-REx (2016, Asteroiden-Probenrückholung). Eine der nächsten Missionen ist Dragonfly, eine Drohne, die voraussichtlich 2028 zum Saturnmond Titan startet.
In der aktuellen Analyse werden sieben potenzielle Missionen als Kandidaten für New Frontiers identifiziert:
- Centaur Orbiter und Lander: Eine Mission zu den Centauren – eisigen Himmelskörpern im Kuipergürtel.
- Ceres Sample Return: Eine Mission zur Probenentnahme vom Zwergplaneten Ceres.
- Comet Surface Sample Return: Eine ähnliche Mission, die Material von einem Kometen zur Erde bringen soll.
- Enceladus Multiple Flyby: Mehrere Vorbeiflüge an Enceladus, einem Saturnmond mit einem Ozean unter seiner Eiskruste.
- Io Observer: Eine Erkundung des vulkanisch aktiven Jupitermonds Io zur Untersuchung von Gezeitenkräften.
- Lunar Geophysical Network: Ein globales Netzwerk geophysikalischer Instrumente auf der Mondoberfläche.
- Saturn Probe: Eine Sonde, die grundlegende Messungen über den Saturn durchführen soll, um mehr über die Entstehung des Sonnensystems zu erfahren.
NASA plant, die offizielle Ausschreibung für die fünfte Mission frühestens 2026 zu veröffentlichen. Dies führt zu einer Überlappung mit der sechsten New Frontiers-Mission. Daher hat NASA die Akademien beauftragt, zu analysieren, welche wissenschaftlichen, programmatischen und technologischen Entwicklungen Einfluss auf die Missionsziele haben könnten.
Der Blick in die Zukunft
Auch wenn die Entscheidung über die fünfte New Frontiers-Mission noch Jahre entfernt ist, liefert dieser Bericht eine strategische Richtung für die NASA. Sobald Dragonfly gestartet ist, kann sich das Team mehr auf die sechste Mission konzentrieren.
Die Raumfahrt-Community bleibt gespannt, wohin die nächste große Reise geht. Eines ist jedoch sicher: Trotz aller Herausforderungen der Gegenwart arbeitet NASA weiter an den Entdeckungen der Zukunft.