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Die unsichtbare Bedrohung, die Tausende von SpaceX-Satelliten bis 2100 auslöschen könnte

Elon Musk hat mit Starlink fast 10.000 Satelliten ins All geschickt, doch eine Studie des MIT warnt, dass bis zu zwei Drittel davon vor Ende des Jahrhunderts verschwinden könnten. Ein unerwartetes Phänomen verändert die Atmosphäre und gefährdet die Erdumlaufbahn. Warum ist diese Gefahr bisher unbemerkt geblieben?
Von Martín Nicolás Parolari Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Eine alarmierende Veränderung in der oberen Atmosphäre

Das beschleunigte Wachstum von Satellitenkonstellationen in der niedrigen Erdumlaufbahn schien unaufhaltsam, mit SpaceX, das das Rennen dank seines ehrgeizigen Projekts Starlink anführt. Eine aktuelle Studie offenbart jedoch ein Problem, das die Zukunft dieser Satelliten verändern könnte. Die obere Atmosphäre dünnt sich, was die Dynamik der Objekte im Orbit völlig verändern und den Weltraum in eine unkontrollierbare Müllhalde verwandeln könnte.

Warum sind die SpaceX-Satelliten in Gefahr?

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© Starlink.

Die Atmosphäre dient nicht nur als Schutzschild für die Erde, sondern spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Reinigung des Weltraums. Die Reibung mit den oberen Schichten der Atmosphäre ermöglicht es alten Satelliten und anderem Weltraummüll, an Geschwindigkeit zu verlieren und wieder zur Erde zu fallen, wo sie verglühen.

Laut einer Studie des MIT könnte dieser natürliche Reinigungsprozess jedoch erheblich gestört werden. Die Ansammlung von Treibhausgasen verändert die Thermosphäre, eine der höchsten Schichten der Atmosphäre. Während die Erde sich erwärmt, kühlt die Thermosphäre ab und dünnt sich, was ihre Fähigkeit verringert, Objekte im Orbit abzubremsen.

Eine Zukunft mit mehr Weltraummüll und weniger Kontrolle

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© Starlink.

Wenn die Thermosphäre zu dünn wird, werden Satelliten und Weltraummüll viel länger im Orbit bleiben als erwartet. Das bedeutet, dass die Anzahl der Objekte im Weltraum drastisch ansteigen wird, was ein beispielloses Problem erzeugt.

Die Studie des MIT schätzt, dass bis zum Jahr 2100 zwischen 50 und 66 % der „Schlüsselbereiche“ in der Erdumlaufbahn gesättigt sein werden. Das könnte weite Zonen des Weltraums in unbenutzbare Regionen verwandeln, wo das Risiko einer Kollision zwischen Satelliten zu hoch ist, um neue Missionen zu erlauben.

Starlink und die Explosion der Raumfahrtstarts

Trotz dieser Risiken nimmt die Anzahl der Starts weiter schnell zu. Im Jahr 2023 stieg die Anzahl der ins All geschickten Satelliten um 35 %, hauptsächlich dank SpaceX.

Elon Musk und sein Unternehmen spielen in dieser Situation eine doppelte Rolle. Einerseits expandiert Starlink mit Tausenden von Satelliten im Orbit und verspricht globalen Internetzugang. Andererseits startet SpaceX regelmäßig Falcon 9-Raketen, was das Problem mit jeder neuen Mission weiter anheizt.

Wenn die niedrige Umlaufbahn gesättigt wird und die Thermosphäre aufhört, den Raum zu reinigen, wird die Menschheit vor einer nie dagewesen Herausforderung stehen: einem immer stärker überfüllten Himmel mit weniger Möglichkeiten für Erkundung und technologische Entwicklung. Die Frage ist nun, ob die Raumfahrtunternehmen Maßnahmen ergreifen, bevor es zu spät ist.

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