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Wissenschaft

Die Uhr des Planeten verändert sich: So wird ein Tag aussehen, wenn er länger als 24 Stunden dauert

Die Erde hat sich nicht immer so gedreht wie heute – und sie wird es auch nicht für immer tun. Wissenschaftler haben herausgefunden, wann eine neue Ära mit 25-Stunden-Tagen beginnen könnte und warum diese Veränderung einen Wendepunkt in der Geschichte unseres Planeten markieren wird.
Von Martín Nicolás Parolari Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Wir leben in dem Glauben, dass ein Tag 24 Stunden hat – doch dieses Maß ist fragiler, als es scheint. Die Rotation der Erde ist nicht konstant, und Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Tage allmählich länger werden. Eine stille, fast unmerkliche Veränderung, die unsere Zeitmessung in Zukunft grundlegend verändern könnte.

Die tatsächliche Tageslänge: nahe an 24 Stunden… aber nicht ganz

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Auch wenn wir allgemein davon ausgehen, dass ein Tag 24 Stunden dauert, stimmt das nicht ganz: Ein siderischer Tag – also basierend auf der exakten Erdrotation um ihre Achse – dauert 23 Stunden, 56 Minuten und 4 Sekunden. Diese Abweichung ergibt sich aus der Komplexität der Erdbewegung und der Wechselwirkung unseres Planeten mit seiner Umgebung.

Die Erdrotation war im Laufe der Jahrhunderte nie konstant. Forschende der Technischen Universität München zeigen, dass zahlreiche Faktoren – wie Bewegungen im Erdkern, die Gravitationskraft des Mondes, das Schmelzen der Gletscher und sogar die Atmosphäre – den Rotationsrhythmus beeinflussen. Auch der Astrophysiker Norman Murray hat untersucht, wie globale Temperaturen und die Zusammensetzung der Atmosphäre diesen Prozess beeinflussen, wie in Science Advances veröffentlicht wurde.

Von 10-Stunden-Tagen bis zu einer Zukunft mit 25

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In den Anfängen der Erde, nach der Entstehung des Mondes, waren die Tage überraschend kurz: Sie dauerten kaum 10 Stunden. Mit der Zeit und unter dem Einfluss der Mondgravitation, die wie eine natürliche Bremse wirkt, verlängerte sich diese Dauer. Vor Millionen von Jahren lag die Tageslänge bei rund 19,5 Stunden.

Heute befinden wir uns in einer Zwischenphase, aber alles deutet darauf hin, dass die Entwicklung weitergeht. Experten schätzen, dass die Tage in etwa 200 Millionen Jahren 25 Stunden dauern könnten. Diese Prognose basiert auf Daten, die mithilfe eines hochpräzisen Lasers gewonnen wurden, der die Erdrotation auf Millimeter genau messen kann.

Was passiert, wenn die Tage 25 Stunden dauern

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Auch wenn wir heute lebenden Menschen diese Veränderung nicht mehr erleben werden, könnten die Auswirkungen tiefgreifend sein. Längere Tage würden Anpassungen in den Kalendern erfordern, die Jahresdauer verändern und möglicherweise auch den biologischen Rhythmus vieler Lebewesen beeinflussen.

So fern das auch klingen mag, hilft uns das Studium solcher Prozesse dabei, zu verstehen, wie sich die Erde ständig wandelt. Die Vorstellung, dass ein Tag immer 24 Stunden dauert, könnte eines Tages nur noch als vorübergehende Phase in der Geschichte unseres Planeten gelten.

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