Über Jahre hinweg galt Abnehmen als ästhetisches Ziel oder kurzfristige Strategie. Doch eine neue wissenschaftliche Untersuchung zeigt: Schon das Abnehmen eines kleinen Prozentsatzes des Körpergewichts in der Lebensmitte kann einen starken Einfluss auf die Lebenserwartung und die Vorbeugung schwerer Krankheiten haben. Besonders bemerkenswert: Die Ergebnisse wurden ohne Medikamente oder chirurgische Eingriffe erzielt.
Ergebnisse, die Erwartungen übertreffen

Ein Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Timo Strandberg, Professor für Geriatrie an der Universität Helsinki, fand heraus, dass bereits ein Verlust von nur 6,5 % des Körpergewichts das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und sogar Krebs deutlich senken kann. Konkret bedeutet das: Wer 81,5 kg wiegt, müsste nur etwa 5,4 kg abnehmen, um diese Effekte zu erzielen.
Diese Erkenntnis basiert auf einer Analyse von mehr als 23.000 Personen, die über Jahrzehnte hinweg beobachtet wurden. Diejenigen, die es schafften, Gewicht zu verlieren – selbst ohne Medikamente oder Operationen –, lebten länger und hatten in den folgenden 35 Jahren weniger schwerwiegende Gesundheitsprobleme.
Warum ist dieser moderate Verlust so relevant?
Die im Fachjournal JAMA Network Open veröffentlichte Studie betont, dass die gesundheitlichen Verbesserungen nicht durch moderne Methoden wie Medikamente oder chirurgische Eingriffe erzielt wurden, sondern durch Veränderungen im Lebensstil: gesündere Ernährung, mehr körperliche Aktivität und langfristig beibehaltene Gewohnheiten.
Der Forscher Aayush Visaria von der Rutgers University erklärt, dass zwar der Body-Mass-Index (BMI) verwendet wurde, dieser aber nicht die gesamte metabolische Gesundheit oder die Fettverteilung abbildet. Dennoch deuten die Daten darauf hin, dass ein Gewichtsverlust – insbesondere bei Bauchfett – einen großen Unterschied beim Krankheitsrisiko macht.

Kleine Veränderungen, große Vorteile
Abgesehen vom Gewicht sind es vor allem die Gewohnheiten, auf die es ankommt. Mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche – etwa Spazierengehen oder Radfahren – plus zweimal pro Woche Krafttraining gelten als solider Einstieg.
Ergänzend empfiehlt sich eine Ernährung nach dem mediterranen Modell: reich an Obst, Gemüse, Nüssen und Olivenöl. Auch wer medizinische Hilfe zur Gewichtsreduktion nutzt, sollte weiterhin auf gesunde Lebensführung achten – darin sind sich Fachleute einig.
Die abschließende Botschaft ist eindeutig: Es braucht keine radikale Verwandlung. Manchmal ist der Verlust weniger Kilos bereits der erste Schritt in ein längeres und gesünderes Leben.
Quelle: Infobae.