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Wissenschaft

Die spanische Gewohnheit, die Ausländer begeistert

Eine junge Deutsche hat in Spanien eine Gewohnheit entdeckt, die sie nicht nur überrascht, sondern auch völlig begeistert hat. Für sie fühlt sich diese kulturelle Besonderheit so natürlich an, dass sie sich wünscht, sie gäbe es auch in ihrem Heimatland.
Von Thomas Handley Übersetzt von

Lesezeit 3 Minuten

Ein Umzug in ein anderes Land ist immer eine Herausforderung – er bedeutet, sich an neue Bräuche und Gewohnheiten anzupassen. Manchmal überraschen uns kulturelle Unterschiede so sehr, dass wir sie sogar übernehmen möchten. Genau das ist Ana passiert, einer jungen Deutschen, die in Spanien eine charmante Eigenart kennengelernt hat, die sie sofort für sich gewonnen hat.

Freundlichkeit in der Sprache

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© TBD Traveller

Was Ana am meisten beeindruckt hat, ist die Art und Weise, wie die Spanier Sprache nutzen, um Freundlichkeit auszudrücken. Auf ihrem TikTok-Account @ana.la.alemana teilte sie ihre Erfahrungen mit der spanischen Kommunikation. In Deutschland sind soziale Interaktionen oft formeller und distanzierter. In Spanien hingegen ist es völlig normal, dass sich selbst Fremde mit liebevollen Worten wie guapa („Schöne“), cariño („Liebling“) oder corazón („Herz“) ansprechen.

Laut Ana sind diese Ausdrücke nicht nur im familiären Umfeld üblich, sondern auch im Alltag, insbesondere in kleinen Geschäften oder auf Märkten. Sie empfindet diese Art der Kommunikation als eine kleine, aber wunderschöne Geste, die alltägliche Interaktionen aufwertet.

Was sie an dieser Gewohnheit am meisten erstaunte, war der Unterschied in der Wahrnehmung zwischen beiden Ländern. In Deutschland können solche Kosenamen als unangebracht oder mit versteckten Absichten interpretiert werden. „Ich wünschte, in Deutschland wäre es genauso normal, jemandem ein Kompliment zu machen, ohne dass es seltsam wirkt“, bemerkte Ana. Diese kulturelle Differenz zeigt, wie unterschiedlich soziale Interaktionen in verschiedenen Ländern sein können.

Ana betont, dass Spanier Wärme und Nähe auf eine sehr natürliche Weise vermitteln, während in Deutschland selbst unter Bekannten oft eine gewisse formelle Distanz gewahrt wird. Diese lockere und herzliche Kommunikation gehört für sie zu den schönsten Aspekten des Lebens in Spanien.

Weitere kulturelle Unterschiede

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© TBD Traveller

Neben der Sprache bemerkte Ana noch weitere kulturelle Unterschiede zwischen Spanien und Deutschland. Einer davon betrifft die Einstellung zur Pünktlichkeit. Während in Deutschland Pünktlichkeit als hohe Tugend gilt und erwartet wird, dass Termine genau eingehalten werden, ist es in Spanien ganz normal, sich um fünf bis zehn Minuten zu verspäten, ohne dass dies als unhöflich empfunden wird. Diese entspannte Haltung gegenüber Zeitplänen kann für Menschen aus strengeren Zeitkulturen zunächst ungewohnt sein.

Ein weiterer Unterschied ist der Umgang mit Körperkontakt. In Deutschland sind Umarmungen oder Küsse zur Begrüßung unter Fremden eher unüblich. In Spanien hingegen ist es völlig normal, dass sich selbst Unbekannte zur Begrüßung zwei Küsse auf die Wangen geben. Für Menschen aus einer zurückhaltenderen Kultur kann dies zunächst überraschend sein.

Kulturschock als Chance

Für Ana sind diese Unterschiede kein Hindernis, sondern eine Chance, neue Perspektiven kennenzulernen und sich an neue Umgangsformen zu gewöhnen. Trotz der anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten schätzt sie die Herzlichkeit und Offenheit, die sie in Spanien erlebt. Tatsächlich gehört die spanische Gewohnheit, liebevolle Ausdrücke im Alltag zu verwenden, zu den Dingen, die sie sich auch für Deutschland wünschen würde.

Ein Kulturschock kann anfangs verwirrend sein, aber oft bietet er die Gelegenheit, den eigenen Horizont zu erweitern und kulturelle Eigenheiten zu schätzen. Für Ana ist die spanische Art der Sprache nicht nur eine sprachliche Besonderheit, sondern ein Ausdruck von Nähe und Zugehörigkeit – selbst gegenüber Menschen, die man gerade erst kennengelernt hat.

Diese Art von Gewohnheiten zeigt, wie kulturelle Unterschiede unser persönliches Wachstum bereichern können. Die Freundlichkeit in der Sprache, kleine Gesten der Zuneigung und eine entspanntere soziale Interaktion sind nur einige Beispiele dafür, wie Spanier und Deutsche unterschiedliche Wege finden, miteinander umzugehen. Für Ana ist diese spanische Besonderheit nicht nur ein Kulturschock, sondern eine wertvolle Erinnerung daran, wie schön es sein kann, sich anderen nahe zu fühlen – selbst in den kleinsten Begegnungen des Alltags.

[Quelle: Infobae]

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