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Wissenschaft

Die Sonne bombardiert den Mars – und durchkreuzt Elon Musks Pläne stärker, als wir dachten

Die NASA hat bestätigt, dass solare Teilchen die Marsatmosphäre in alarmierendem Tempo zerstören. Dieses Phänomen, bekannt als Sputtering, gefährdet die Realisierbarkeit künftiger Terraformungspläne. Eine neue, unerwartete Hürde stellt sich dem Traum entgegen, den Roten Planeten zu besiedeln.
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Lesezeit 2 Minuten

Eine Entdeckung, die den Traum vom Mars ins Wanken bringt

Ein kürzlich veröffentlichter Fund stellt eines der großen Menschheitsträume des 21. Jahrhunderts infrage: den Mars bewohnbar zu machen. Dank der Sonde MAVEN, die seit 2014 den Roten Planeten umkreist, hat die NASA ein solares Phänomen identifiziert, das die ohnehin schon dünne Marsatmosphäre weiter schwächt. Und was sie entdeckt haben, könnte unsere Pläne zur Kolonisierung grundlegend verändern.

Unsichtbarer Beschuss: Wie der Sonnenwind die Marsatmosphäre zerreißt

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© YouTube / NASA Goddard.

Die in Science Advances veröffentlichte Studie beschreibt, wie energiereiche Sonnenionen mit hoher Geschwindigkeit auf die Atmosphäre des Mars treffen und dabei Atome in den Weltraum schleudern. Dieser Prozess, bekannt als Sputtering, gleicht dem Einschlag von Kanonenkugeln in ein Schwimmbecken: Die Wucht des Aufpralls reißt Moleküle mit sich, wodurch die ohnehin fragile Atmosphäre weiter verdünnt wird – jene Atmosphäre, die einst flüssiges Wasser ermöglichte.

Das Forschungsteam unter der Leitung von Shannon Curry vom Laboratory for Atmospheric and Space Physics der University of Colorado Boulder konnte das Phänomen nachweisen, indem es die Präsenz von Argon in großen Höhen maß. Dieses Edelgas ist chemisch inert und eignet sich hervorragend zur Analyse von Massenverlusten in der Atmosphäre.

Schneller, heftiger… und beunruhigender als bisher angenommen

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© YouTube / NASA Goddard.

Die Studie zeigt, dass die durch Sputtering verursachte atmosphärische Erosion viermal schneller verläuft als bislang angenommen. Besonders alarmierend: Dieser Effekt verstärkt sich während Sonnenstürmen – was darauf hindeutet, dass der Mars in der Frühgeschichte des Sonnensystems, ohne schützendes Magnetfeld, noch weitaus stärker betroffen war.

Diese anhaltende Erosion hat dem Mars letztlich den atmosphärischen Druck entzogen, der notwendig gewesen wäre, um Wasser in flüssigem Zustand zu halten – und damit auch die Voraussetzungen für Leben. Für Elon Musk und alle, die von einer Marskolonie träumen, ist die Botschaft deutlich: Bevor man an die Ansiedlung von Menschen denkt, müsste man eine Atmosphäre praktisch von Grund auf neu aufbauen.

Zwischen Wissenschaft und Science-Fiction

Derzeit liegt dieses Ziel noch jenseits realistischer ingenieurtechnischer Möglichkeiten – näher an Science-Fiction als an umsetzbarer Raumfahrttechnik. Doch mit jeder neuen Entdeckung wie dieser wird klarer, wie gewaltig die Herausforderungen sind, die einer Marsbesiedlung im Weg stehen.

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