Zum Inhalt springen
Wissenschaft

Die Schatzkarte, die dich reich machen könnte? Das geheimnisvolle Schriftstück, das Tonnen von Gold unter der Erde verbergen soll

Abseits ihrer religiösen Bedeutung birgt einer der Schriftrollen vom Toten Meer ein Geheimnis, das Archäologinnen und Abenteurerinnen seit Jahrzehnten beschäftigt. Was wäre, wenn eine in Kupfer gravierte Liste tatsächlich eine Karte zu einem verlorenen Schatz aus Gold und Silber wäre? Hier erfährst du, was bisher bekannt ist.
Von Martín Nicolás Parolari Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Das Rätsel der einzigen Metallrolle

17
© James Weaver/MIT.

Unter den rund 900 Manuskripten, die in den Höhlen von Qumran entdeckt wurden, sticht eines besonders hervor: die sogenannte Kupferrolle. Anders als die übrigen Texte, die auf Pergament oder Papyrus verfasst wurden, ist dieser Text auf dünne Kupferplatten eingraviert – als hätte man den Inhalt für besonders dauerhaft halten wollen.

Was diese Rolle so außergewöhnlich macht: Sie enthält keine religiösen Schriften, sondern beschreibt detailliert 64 Orte, an denen angeblich große Mengen Gold, Silber und heilige Gegenstände verborgen sein sollen. Insgesamt beziehen sich die Hinweise offenbar auf 63 verschiedene Schatzverstecke.

Die genannten Orte sind jedoch von Geheimnissen umgeben. Viele Namen werden von griechischen Buchstaben begleitet, deren Bedeutung bis heute umstritten ist. Zudem enthalten die Beschreibungen vage Formulierungen, rätselhafte Hinweise und geografische Bezüge, die bislang niemand eindeutig zuordnen konnte.

Inventarliste oder geheime Schatzkarte?

Seit ihrer Entdeckung wird die Kupferrolle unterschiedlich interpretiert. Einige Wissenschaftler*innen halten sie für ein einfaches Verzeichnis wertvoller Güter, das von einer Gemeinschaft angelegt wurde, die eine Plünderung befürchtete. Andere hingegen sehen darin eine echte Schatzkarte, deren verschlüsselte Hinweise bislang nur nicht richtig entschlüsselt wurden.

18
© Getty Images.

Tatsächlich wurde bislang kein einziger der erwähnten Schätze gefunden. Zudem gehen Forscher*innen davon aus, dass der Text von einer älteren Vorlage kopiert wurde – möglicherweise von einer Person, die die Originalsprache nicht vollständig beherrschte. Das hätte zu Übertragungsfehlern geführt und die Interpretation zusätzlich erschwert.

Die Sprache der Kupferrolle ähnelt jener der Mischna und enthält zahlreiche geografische Andeutungen, deren genaue Lage bis heute im Dunkeln liegt. All das macht das Dokument zu einem der größten archäologischen Rätsel unserer Zeit. Vielleicht gelingt es eines Tages jemandem, den Code endgültig zu knacken – und zu finden, was darin verborgen liegt.

Diese Geschichte teilen

Verwandte Artikel