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Die NASA testet bereits nukleare Antriebe wie aus einem Film – und sie könnten die Raumfahrt für immer verändern

Ein neues nuklearelektrisches Antriebssystem der NASA könnte die Reisedauer zum Mars halbieren. Auch wenn es wie Science-Fiction klingt, ist das MARVL-Projekt bereits in vollem Gange – und wird im All von Robotern zusammengesetzt. Diese Technologie könnte die menschliche Erforschung des Weltraums grundlegend verändern.
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Eine Reise zum Mars könnte bald keine jahrelange Odyssee mehr sein, sondern zu einer deutlich kürzeren Mission werden – dank einer Technologie, die wie Zukunftsvision klingt, aber bereits in den Labors der NASA Form annimmt. Gemeint ist der nuklearelektrische Antrieb, eine hocheffiziente Technologie, die die Erforschung des tiefen Weltraums revolutionieren soll. Und diesmal wird das Raumschiff autonom, robotisch – und vollständig im Orbit montiert.

Nuklearer Antrieb im All: sehr reale Wissenschaft

Die NASA testet bereits nukleare Antriebe wie aus einem Film – und sie könnten die Raumfahrt für immer verändern
© Unsplash – Alizea Sidorov.

Das Konzept ist ebenso kraftvoll wie elegant: Ein Kernreaktor erzeugt Strom, der wiederum elektrische Triebwerke antreibt. Diese Technologie, bekannt aus U-Booten und Kriegsschiffen, ermöglicht jahrelangen Betrieb ohne Nachschub an Treibstoff. Nun passt die NASA sie für den Einsatz im Weltraum an.
Die erzeugte Energie ionisiert ein Gas, das so zum Schubmittel wird. Das erlaubt lange Reisen mit hoher Effizienz – ohne herkömmliche Treibstoffe. Das Ambitionierteste an dem Plan: Das Raumschiff wird im All montiert – mithilfe eines modularen Aufbaus und spezialisierter Roboter.

Das MARVL-Projekt und seine enorme technische Herausforderung

Die NASA testet bereits nukleare Antriebe wie aus einem Film – und sie könnten die Raumfahrt für immer verändern
© Unsplash – Tyler G.

Unter dem Namen MARVL (Modular Radiators for Nuclear Electric Propulsion Vehicles) entwickeln Ingenieur*innen am Langley Research Center ein Raumfahrzeug für bemannte Missionen in den tiefen Weltraum. Der Schlüssel liegt im Wärmestrahlungssystem, das die Größe eines Fußballfelds erreichen und in keine aktuelle Rakete passen wird.
Die Lösung: ein modulares Design mit Einzelkomponenten, die im Orbit zusammengesetzt werden können. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, eine gigantische Struktur auf einmal zu transportieren. Projektleiterin Amanda Stark betont, dass dieses Vorgehen nicht nur Gewicht spart und das Design verbessert, sondern auch eine völlig neue Denkweise beim Bau von Raumfahrzeugen darstellt.

Ein technologischer Sprung, der den Kurs bemannter Missionen verändert

Wenn das System erfolgreich implementiert wird, könnten Marsreisen auf nur zwei Jahre (Hin- und Rückflug) verkürzt werden – im Vergleich zu den derzeit fast vier Jahren für eine vollständige Mission. Außerdem würde es flexiblere Starttermine ermöglichen, die bislang stark von planetaren Umlaufbahnen abhängig sind.
Die NASA verfügt bereits über Erfahrung mit komplexen, entfaltbaren Strukturen – etwa beim James-Webb-Weltraumteleskop – doch MARVL geht in Größe und Komplexität weit darüber hinaus. In diesem Szenario wird die Raumfahrtrobotik zum Schlüsselakteur – und ermöglicht vollständig automatisierte Montageprozesse im Orbit.
Die US-Raumfahrtbehörde hat dem Team zwei Jahre Zeit gegeben, um den Prototyp zu perfektionieren, und plant erste Bodentests im kleinen Maßstab. Wenn alles wie vorgesehen verläuft, sind wir näher denn je daran, den Start der ersten bemannten Marsmissionen mit nuklearem Antrieb zu erleben. Was gestern noch wie Science-Fiction klang, ist heute ein konkreter Plan.

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