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Wissenschaft

Die Länder mit der geringsten Freiheit in Lateinamerika – und der überraschende Fall eines regionalen Vorreiters

Ein neuer Bericht zeigt, welche lateinamerikanischen Länder die größten Einschränkungen der Freiheit haben – und hebt einen überraschenden demokratischen Vorreiter hervor. Erfahre, welche Nationen mit starken Restriktionen konfrontiert sind und welches Land sich als Musterbeispiel für Demokratie etabliert hat.
Von Lucas Handley Übersetzt von

Lesezeit 2 Minuten

Eine globale Analyse von Demokratie und bürgerlichen Freiheiten

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© Pexels – iStock.

Der neueste Bericht von Freedom House, einer nichtstaatlichen Organisation mit Sitz in Washington D. C., bewertet den Zustand der Demokratie, der politischen Freiheiten und der Menschenrechte in 208 Ländern und Territorien weltweit. Laut dem Global Freedom Index 2024 führt Finnland die Liste mit 100 von 100 möglichen Punkten an, gefolgt von Schweden und Norwegen, die jeweils 99 Punkte erreichten.

Auf dem amerikanischen Kontinent konnte sich Uruguay mit 96 Punkten als das freieste Land Lateinamerikas behaupten – nur übertroffen von Kanada, das 97 Punkte erzielte. Im Gegensatz dazu stehen mehrere lateinamerikanische Staaten mit sehr niedrigen Werten, was auf demokratische Einschränkungen und begrenzte bürgerliche Freiheiten hinweist.

Bewertungsmethoden des Global Freedom Index

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© Youtube

Freedom House erstellt sein Ranking auf Grundlage einer numerischen Bewertung und qualitativer Analysen. Die Methodik basiert auf der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen sowie weiteren internationalen Kriterien.

Freedom in the World basiert auf dem Grundsatz, dass diese Standards für alle Nationen und Territorien gleichermaßen gelten sollten – unabhängig von geografischer Lage, ethnischer Zusammensetzung oder wirtschaftlicher Entwicklung. Die Freiheit aller Menschen ist in demokratischen und liberalen Gesellschaften am besten geschützt“, heißt es im Bericht der Organisation.

Die Länder mit der geringsten Freiheit in Lateinamerika

Der Global Freedom Index 2024 stuft Kuba, Venezuela, Nicaragua und Haiti als die restriktivsten Länder der Region ein. Diese Nationen weisen erhebliche Einschränkungen politischer Rechte und bürgerlicher Freiheiten auf.

  • Kuba erhielt nur 1 von 40 Punkten im Bereich politische Rechte und 9 von 60 Punkten bei den bürgerlichen Freiheiten – insgesamt also 10 von 100 Punkten. Dies bedeutet einen weiteren Rückschritt gegenüber dem Vorjahr und zeigt eine Verschärfung der staatlichen Kontrolle unter Miguel Díaz-Canel.
  • Venezuela erzielte insgesamt 13 von 100 Punkten und ist damit das zweitunfreieste Land Lateinamerikas. In der Kategorie politische Rechte erreichte es 0 von 40 Punkten, was die politische Krise und den Mangel an Transparenz bei Wahlen widerspiegelt. Im Vergleich zu 2023 ist dies ein Rückgang um zwei Punkte.
  • Nicaragua mit fast sieben Millionen Einwohnern verzeichnete 2 von 40 Punkten in politischen Rechten und 12 von 60 Punkten bei den bürgerlichen Freiheiten, insgesamt also 14 von 100 Punkten. Dies bestätigt den demokratischen Niedergang unter Daniel Ortega, der Oppositionelle verfolgt und die Pressefreiheit einschränkt.
  • Haiti erhielt 24 von 100 Punkten, sechs Punkte weniger als im Vorjahr. Die politische Instabilität, das Fehlen eines gewählten Präsidenten nach dem Mord an Jovenel Moïse und die wirtschaftliche Krise tragen zu diesem Rückgang bei. Das Land wird derzeit von einem Übergangsrat (CPT) regiert, einem kollegialen Gremium, das die Macht vorübergehend ausübt.

Der überraschende Vorreiter in der Region

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© Engin Akyurt

Trotz der kritischen Situation in vielen Ländern bleibt Uruguay ein Modell demokratischer Stabilität in Lateinamerika. Mit 96 von 100 Punkten zeichnet sich das südamerikanische Land durch starken Schutz politischer und bürgerlicher Rechte sowie robuste demokratische Institutionen aus. Innerhalb des amerikanischen Kontinents wird es nur von Kanada übertroffen.

Fazit

Der Global Freedom Index 2024 von Freedom House zeigt eine besorgniserregende Realität für mehrere lateinamerikanische Länder, in denen Demokratie und Menschenrechte unter Druck stehen. Während Länder wie Kuba, Venezuela, Nicaragua und Haiti zunehmend Freiheiten verlieren, festigen Staaten wie Uruguay ihre Position als demokratische Vorbilder.

Der Bericht unterstreicht die Dringlichkeit, demokratische Werte zu verteidigen und Institutionen zu stärken, um gerechtere und freiere Gesellschaften zu gewährleisten.

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